Pollen SOKO Flugsperma
Von Allergikern gehasst, von Kriminologen hoch geschätzt: Pollen
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- So schön und doch so fies: Allergiker dürfte die Ästhetik von Blütenpollen unter dem Mikroskop kalt lassen. (rikarends | Flickr | CC BY 2.0)
Wer auf den Winter schimpft, ist kein Allergiker - denn dank der Kälte wird immerhin der Pollenflug geschwächt. Trotzdem lässt das fiese Flugsperma schon jetzt Nasen tröten und Augen tränen. Blütenstaub ist überall und kann sich ohne Sauerstoff und UV-Licht Millionen Jahre halten. Gut für die Wissenschaft, denn so wissen wir, wie Ötzi gelebt hat. In der Forensik helfen Pollen sogar bei der Aufklärung von Morden.
Verräterische Pollen
Tobias Ruhland über Pollenkörner, die zum Mörder führen
Unter dem Elektronenmikroskop wird sichtbar, was für das bloße Auge kaum erkennbar ist: Blütenpollen. (Dartmouth Electron Microscope Facility | Wikimedia | public domain)Pollen entkommt man nicht - sie sind einfach überall. Selbst nach mehrmaligem Waschen kann an einem Kleidungsstück noch Blütenstaub hängen. Gut für alle Kriminalisten: Wenn der Fundort einer Leiche nicht mit dem Tatort übereinstimmt, können Pollen die Ermittler auf die richtige Spur führen. Forensische Palynologie heißt dieser Bereich in der Kriminalistik, der bisher nur eine kleine Rolle spielt.
Die Pollenfalle
Christian Rex hat eine der wichtigsten deutschen Pollenmessstationen besucht
Schon früh im Jahr unterwegs: Haselnuss-Pollen (Gilles San Martin | Flickr.com | CC BY-SA 2.0)Ein Blick ins Netz und der Pollen-Allergiker von heute ist perfekt informiert. Was flog gestern, was fliegt heute, wie ist der Trend für morgen. Die Daten dafür kommen von der Pollenmessstation auf dem Dach des Mönchengladbacher St. Franziskus Krankenhaus. Das ganze Jahr zieht sich die Maschine alle möglichen Pollen rein. Trotz des aktuell winterlichen Wetters ist schon einiges unterwegs.
Allergie dank Verwechslung
Jörg Zittlau über Heuschnupfen, der von der Evolution ausdrücklich erwünscht ist
Für viele kommt nach der Wintergrippe der Heuschnupfen. (mcfarlandmo | Flickr | CC BY 2.0)Erlen-, Eiben-, Hasel- und Ulmenpollen sorgen in Deutschland schon jetzt bei vielen für juckende Augen und eine verstopfte Nase: Jede achte Person leidet bereits an Heuschnupfen. Die Veranlagung dafür ist angeboren, sie liegt in den Genen. Der Grund dafür, dass dieser Gendefekt im Laufe der Evolution nicht verschwunden ist, liegt in einer Verwechslung.
Zu spät, die Pollen kommen
DRadio-Wissen-Statistikerin Katharina Schüller über die Pollentrends 2013
Angriff von oben: Pollenalarm! (imadoofus123 | Flickr.com | CC BY-NC 2.0)Bisher ist der Winter ausgesprochen kalt und hart. Aber: Die Pollen-Saison hat längst begonnen und die Bäume sind schon früh aktiv. Der Grund: Der Klimawandel führt zu steigenden Temperaturen und dadurch nimmt die Pollen-Produktion zu. Außerdem hat sich die Pflanzenwelt in Europa verändert - das könnte ebenfalls hinter steigenden Allergie-Zahlen stecken.
Pollen aus der Tiefkühltruhe
Tobias Ruhland auf den Spuren der Vegetationsgeschichte
Unter dem Mikroskop sehen Pollen nicht nur schön aus, sie helfen auch der Forschung. (ibsut | Flickr.com | CC BY 2.0)Pollen können erzählen. Nicht nur, woran Ötzi gestorben ist, sondern auch, wie unsere Naturgeschichte verlaufen ist. Paläobotaniker lieben daher Pollen. Im Keller des Historicums der Ludwig-Maximilians-Universität München befinden sich jede Menge Pollenproben, zum Teil 10.000 Jahre und älter. Gesammelt und erforscht von der Arbeitsgruppe für Vegetationsgeschichte, die sich dadurch Antworten auf Umweltveränderungen erhofft.