Montag, 20. Mai 2013

Natur /

Pränataldiagnostik Bluttest statt Punktion  

Lars Westermann über neue Vorstöße in der Pränataldiagnostik

Ein Embryo gestickt auf einem Stück Stoff.
Pränataldiagnostik steht in Deutschland auch ethisch zur Debatte (Hey Paul Studios | Flickr | cc-by-2.0)

DNA aus dem Blut der werdenden Mutter könnte in Zukunft Aufschluss über genetische Störungen des ungeborenen Kindes geben. Ein entsprechender Test kommt in Kürze auf den Markt. Er birgt aber einige Unsicherheiten.

Wollen werdende Mütter wissen, ob ihr ungeborenes Kind das Down-Syndrom also eine Trisomie 21 hat, machen Pränataldiagnostiker in der Regel eine Punktion. Sie durchstoßen mit einer langen Nadel die Bauchdecke der Mutter und saugen Fruchtwasser ab. Daraus gewinnen sie embryonale Zellen. Diese Methode hat einen Nachteil: In einem Prozent der Fälle wird dadurch eine Fehlgeburt ausgelöst.

Bruchstücke von Chromosomen

Eine neue Methode arbeitet für die Erkennung der Trisomie mit dem Blut der werdenden Mutter. Denn darin befindet sich auch Erbinformation des Kindes. Diese ist nicht an Zellen gebunden und schwimmt frei im Blut der Mutter. Dabei handelt es sich allerdings nur um Bruchstücke von Chromosomen, die gar nicht vom Embryo selbst, sondern aus der Plazenta stammen.

Test bleibt unsicher

Aus der Menge dieser Bruchstücke können Pränataldiagnostiker schließen, ob bestimmte Chromosomen in zu großer Anzahl vorkommen. Es ist allerdings nicht garantiert, dass die Aussagen der Ärzte immer richtig sind.



Mehr bei DRadio Wissen:

Recht - Menschenwürde in der Medizin
Die Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik hat die Menschenwürde in den Mittelpunkt gerückt.
(Kultur vom 25.07.2011)

Schwangerschaft - Test auf Down-Syndrom
Medizinische Tests zur Wahrscheinlichkeitsberechnung einer Trisomie 21 sind fragwürdig. Die Ergebnisse können um den Faktor 100 voneinander abweichen.
(Natur vom 21.09.2011)

Menschenwürde in der Medizin - quo vadis?
Vorträge von Eric Hilgendorf und Dieter Birnbacher
(Hörsaal vom 25.07.2011)

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Ignoranz ist tödlich-Euthanasie auch

    http://diepresse.com/home/kultur/film/581930/Pablo-Pineda_Ich-bin-nicht-krank

    Haltmal 31.07.2012 16:30 Uhr

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