Promotion Den Doktor können Sie weglassen
Über Karriere und Wissenschaft ohne akademischen Grad
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- Die vielen Skandale der letzten Zeit haben der Promotion geschadet. (heipei | flickr | CC BY-SA 2.0)
Ein Doktortitel im Namen pusht die Karriere. Unter Medizinern ist der "Doktor" quasi Standard – in keinem Feld wird häufiger promoviert. Rund 27.000 Doktortitel pro Jahr werden in Deutschland verliehen. Die Wissenschaft aber bringen diese Titel nicht voran. In anderen Ländern zeigt sich, dass universitäre Forschung auch ohne Titel funktioniert.
Weißer Kittel und Doktortitel
Stephan Beuting trifft Nachwuchsdoktoren und Ärzte ohne Titel
"Hallo, Herr Doktor." (rosmary/ flickr/ cc by-nc-sa/ 2.0)Ärzte ohne Doktortitel gibt es nur wenige. Schon im Studium beginnen die meisten Medizinstudenten mit der Promotion. Der "Herr Doktor" ohne Titel erscheint manchem Patienten nämlich dubios. Einige Ärzte sparen sich den Aufwand aber trotzdem – und praktizieren dennoch erfolgreich als Mediziner.
Kein Fortschritt für die Wissenschaft
Bildungsjournalist Armin Himmelrath stellt die Promotion in Frage
Rund 27.000 neue Doktoren gibt es in Deutschland jährlich. (jeco | Flickr | cc-by-nc-sa)Die Doktorarbeit: Sie ist hunderte Seiten lang, jahrelang müht sich der Doktorand daran ab – gelesen wird die fertige Dissertation dann aber von nur wenigen. Wichtiger für die Wissenschaft sind Veröffentlichungen in Fachmagazinen. Darum gibt es auch die Möglichkeit, kumulativ zu promovieren: Statt einem dicken Wälzer fasst man drei oder vier Arbeiten zusammen.
Der Adel des Geistes
Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer über die Geschichte des Doktortitels
Historische Abbildung: Studenten an der Universität Bologna (Wiki Commons / gemeinfrei)Der Doktortitel ist der höchste akademische Grad. Das erste Mal wurde er 1219 in Bologna verliehen. Zunächst gab es ihn nur in den Fächern Theologie, Jura und Medizin. Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer meint, dass schon früher Dissertationen nicht genau gelesen wurden. Max Planck etwa baute absichtlich einen Fehler ein – der keinem auffiel.
Doktorarbeit auf Bestellung
Ghostwriter Marcel Kopper verhilft anderen zum Doktortitel
Die Doktorarbeit ist eine Fleißarbeit. (Rebecca Weaver | Flickr | cc-by-nc-sa)15.000 Euro für eine Doktorarbeit: Eigentlich ein Schnäppchen, wenn man den beruflichen Aufstieg mit einkalkuliert. Wobei eine seriöse Ghostwriting-Agentur niemals behaupten würde, eine fertige Doktorarbeit zu liefern. Marcel Kopper erklärt, wie Ghostwriting funktioniert. "Es ist einfach ein Handwerk", sagt der 22-Jährige, der sein eigenes Studium nach nur vier Semestern abschloss.
Promotionswut in Deutschland
Katharina Schüller mit statistischen Daten über Promovierende
Nach dem Abschluss: In Deutschland promovieren mehr Männer als Frauen. (AP)Einen Doktor, bitte! Diesen Wunsch haben etwa 200.000 Menschen. So viele schreiben im Schnitt aktuell an einer Doktorarbeit in Deutschland. Der größte Teil der Promovierenden ist männlich; nur etwa 40 Prozent sind Frauen. 27.000 Promotionen wurden 2011 abgeschlossen. Die Zahl ist seit den letzten 20 Jahren um etwa ein Drittel gestiegen.