Protest Die Baumbesetzer
Claudia Hennen über den Alltag der Umweltschützer, die im Hambacher Forst gegen den Braunkohle-Tagebau demonstrieren
Sie wollen verhindern, dass der Hambacher Forst, ein Wäldchen beim Hambacher Braunkohle-Tagebau, weggebaggert wird. Deshalb besetzt eine Gruppe Umweltaktivisten seit April dort die Bäume.
Der Tagebau Hambach liegt bei Jülich im Kreis Düren. Schon Ende der 1970er Jahre wurde dort mit dem Abbau von Braunkohle begonnen. Dieses Gebiet soll in Kürze wieder einmal erweitert - und damit der Hambacher Forst weggebaggert werden.
Kein WLAN, kein Warmwasser
Wald war gestern - Hambacher Tagebau. (Claudia Hennen )Um das zu verhindern, leben rund zwei Dutzend junge Umweltaktivisten seit fünf Monaten im Wald - ohne WLAN, Waschmaschine und Warmwasser. Während andere Leute in ihrem Alter studieren oder arbeiten, haben sich die Baumbesetzer für den Ausstieg aus dem "normalen" Alltag entschieden.
Ihr Protest gilt dem Braunkohle-Tagebau und den Braunkohle-Kraftwerken im Rheinland, die als größte CO2-Quelle Europas gelten.
Räumung des Camps droht
Ihre Baumhäuser haben sie in teils schwindelerregender Höhe gebaut. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands, sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und ernähren sich vom "Containern" oder von Essensspenden der Bewohner rundum. Doch nun könnte die Räumung des Camps durch den Energiekonzern RWE Power kurz bevorstehen.