Psychologie Burnout - eine Frage der Statistik
Annegret Faber spürt der Frage nach, ob Burnout ein neues oder ein altes Phänomen ist.
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- Burnout – wenn Menschen sich gegängelt und überfordert fühlen. (bruckerrlb | flickr | cc 2.0 by nc sa)
Durch die ständige Präsenz des Themas in den Medien könnte der Eindruck entstehen, Burnout habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Tatsächlich belegen Fachleute, dass die zunehmende soziale Unsicherheit und Druck am Arbeitsplatz die Menschen krank machen. Genau das Gegenteil besagen andere Studien. Die Menschen hätten in den vorherigen Jahrzehnten vielmehr seelische Probleme gehabt.
Deutsche Arbeitnehmer sind gestresst und erschöpft, viele seelisch krank. 90 Prozent behaupten das von sich, glaubt man einer Studie der TU Chemnitz und des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt am Main. Diese Menschen haben in Phasen der Erschöpfung morgens Angst zur Arbeit zu gehen und dort zu versagen. Sie fühlen sich gegängelt und überfordert. Dazu kommt die Angst vor prekären Beschäftigungsverhältnissen und Arbeitslosigkeit.
Burnout kein neues Phänomen?
Steffi Riedel Heller, die Direktorin des Leipziger Institutes für Sozial- und Arbeitsmedizin, ist dagegen der Ansicht, dass deutsche Arbeitnehmer nicht gestresster sind, als vor 20 oder 30 Jahren. Sie kritisiert die Methodik der Studien die Burnout als neues Massenphänomen erkannt haben wollen. Die Menschen der Nachkriegszeit hätten mindestens unter den gleichen Belastungen gelitten, wären aber nicht so oft zum Arzt gegangen.
Stimulierende Erholungszonen für Mitarbeiter
Beide Parteien unterstreichen indes, wie wichtig es ist, das Gefühl zu haben, seine Arbeit zu bewältigen und sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Auch viele Arbeitgeber haben das inzwischen erkannt und richten für ihre Mitarbeiter stimulierende Erholungszonen ein.