Psychologie Ein Lob auf die schlechte Laune
Arnold Retzer hat ein Plädoyer gegen positives Denken geschrieben
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- Grrr... schlechte Laune wird oft unterbewertet. (Ole Husby | flickr | CC BY-SA 2.0)
Think positive! Arbeite an dir und deinen Stärken! Solche Ratschläge hört man zur Genüge. Der Psychologe und Therapeut Arnold Retzer fordert das Ende des Selbstoptimierungswahns.
Auf der einen Seite wird überall für positives Denken geworben. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, tönt es aus zahlreichen Ratgebern - man muss es nur wollen! Auf der anderen Seite stehen rund acht Millionen Deutsche mit therapiewürdigen Ängsten und auch die Zahl von Burn-out-Patienten steigt.
Radikale Streitschrift
In seinem neuen Buch "Miese Stimmung" beschäftigt sich der Psychologe und Therapeut Arnold Retzer mit diesem Widerspruch. Seiner Meinung nach würden Niederlagen oder schlechte Laune in unserer Leistungsgesellschaft schnell auf eine fehlerhaft funktionierende Psyche zurückgeführt und allzu oft mit Antidepressiva oder Drogen bekämpft.
Schlechte Laune ist nicht schlecht
Stattdessen plädiert Retzer dafür, das Ideal der Fehlerlosigkeit aufzugeben. Seine These: Wir müssen uns freimachen vom allgegenwärtigen Zwang zum positiven Denken. Denn nur wer zu seinen Fehlern steht und seine schlechte Laune auch auslebt, wird auf lange Sicht zufriedener.