Publizistik Forscher gegen Wissenschaftsverlage
Christina Sartori über Alternativen zum wissenschaftlichen Veröffentlichungsprogramm
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- 12.300 Wissenschaftler haben sich dem Protest gegen Elsevier schon angeschlossen. (Giulia Forsythe | Flickr | cc-by-nc-sa)
Tausende Wissenschaftler boykottieren den niederländisch-britischen Wissenschaftsverlag Elsevier. Manche haben ihre Tätigkeit als Gutachter für den Verlag niedergelegt, andere publizieren nicht mehr in dessen Publikationen. Damit protestieren mehr als 12.000 Wissenschaftler gegen die Preispolitik des Verlags.
Die Forscher kritisieren, dass die Abo-Verträge für die wissenschaftlichen Zeitschriften des Verlags die Universitäts-Bibliotheken zu viel Geld kosteten. Der Vorwurf lautet, die Verlage nutzten ihre Machtstellung aus. Manch eine Publikation kostet pro Ausgabe bis zu 300 Euro. Zudem bietet Elsevier den Universitätsbibliotheken Abo-Pakete an, bestehend aus bekannten und weniger bekannten Publikationen. Viele dieser Publikationen bräuchten die Bibliotheken gar nicht, kaufen müssen sie sie aber trotzdem.
Großer Aufwand für die Wissenschaft
Jeder Wissenschaftler mit Karriereambitionen muss veröffentlichen - möglichst viel und in möglichst angesehenen Wissenschaftsmagazinen. Doch bevor ein solcher Aufsatz in einem Wissenschaftsfachmagazin erscheint, muss er gegengelesen, geprüft, bewertet werden. Manchmal schafften es von 100 vorgeschlagenen Artikeln nur fünf in ein Magazin, sagt der Berliner Mathematikprofessor Günter Ziegler. Das macht den Aufwand für die Verlage groß, auch wenn es meist Wissenschaftler wie Ziegler selbst sind, die die Artikel prüfen.
Die Recht sollen bei den Autoren bleiben
Günter Ziegler hat mit zum Protest gegen Elsevier aufgerufen. Vor allem kritisiert er, dass der Verlag die Rechte an den wissenschaftlichen Veröffentlichungen für sich beansprucht. Günter Ziegler fordert: "Meine Ideen gehören weiterhin mir. Die Ideen müssen in der Wissenschaft bleiben und uns gehören und die müssen für weitere Forschung zugänglich sein. Und das ist eines der Dinge, die Elsevier noch nicht verstanden hat."