Sonntag, 26. Mai 2013

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Radfahren Fahrradhelm auf dem Prüfstand  

Über den Nutzen des behelmten Fahrradfahrens

Eine Auswahl von Fahrradhelmen in einem Regal.
Er wehrt Verletzungen ab, aber der Helm verhindert keine tödlichen Verletzungen beim Fahrradunfall. (sake028/ Flickr/ CC BY-NC-SA 2.0)

Laut einer aktuellen kanadischen Studie sinkt das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, durch einen Fahrradhelm. Doch insgesamt lässt sich nicht belegen, dass der Kopfschutz das Risiko senkt, tödlich zu verunglücken.

Die einen schwören auf sie, die anderen finden sie furchtbar: Fahrradhelme sind ein Reizthema. In der Regel heißt es: "Ja, ich weiß, eigentlich sollte ich zum eigenen Schutz das Ding aufsetzen, aber ich find es so unpraktisch." Und bei Jugendlichen sind Eltern völlig auf verlorenem Posten, denn der Helm ist der größte Feind der aufwändig gestylten Haarpracht.

Bedingter Schutz

Wer den Fahrradhelm verschmäht, muss aber gar kein schlechtes Gewissen haben, denn die Studien belegen nicht, dass Fahrradhelme die Sicherheit geben, wie weithin angenommen wird.

Falsche Ableitung

Eine aktuelle kanadische Studie kommt zwar zu dem Ergebnis, dass Fahrradhelme das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, extrem senken können. Allerdings gibt es auch andere Zahlen. Das Problem ist, dass die Unfallstatistiken in der Regel nicht die Todesfälle erfassen, sondern die Kopfverletzungen. Daraus wird dann abgeleitet, dass Fahrradhelme auch Todesfälle verringern, weil mehr als die Hälfte aller Menschen, die bei Unfällen sterben, auch Kopfverletzungen hatten. Ob sie tatsächlich daran gestorben sind, lässt sich aus den Zahlen aber nicht ableiten.

Wirkung von Helmpflicht nicht nachgewiesen

Auch gibt es keine Statistiken, die belegen, dass in Ländern mit einer Helmpflicht relativ gesehen weniger Radfahrer tödlich verunglücken als in Ländern ohne Helmpflicht.




Mehr bei DRadio Wissen:

Streetfighter: Auf zwei Reifen gegen den Rest der Welt
Gespräche und Reportagen über das gefährliche Leben als Radfahrer.
(Agenda vom 17.04.2012)

Helmpflicht: Der Zwang zum Schutz
(Redaktionskonferenz vom 19.10.2011)

Radfahren: Es ist nie zu spät!
Eine Reportage von Marcel Steuermann
(Spielraum vom 24.11.2011)

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Danke!

    ...dafür, dass sich mal ein grösseres Medium dieses Themas angenommen hat - und hier Journalisten auch mal vernünftig recherchiert haben. Aber vielleicht noch eine kleine, aber wichtige Ergänzung zum Thema: Auch die aktuelle kanadische Studie hat wieder einen schweren wissenschaftlichen Lapsus drin, da nicht zwischen intoxikierten (besoffenen, bekifften oder zugekoksten) Radfahrern und nüchternen Radlern unterschieden wurde. Das ist ein erheblicher Fehler, denn intoxikierte Radfahrer haben fast nie einen Helm auf (idR unter 1%). Bei 30 Radfahrern in der Studie konnte aber ein Alkohol- oder Drogenmißbrauch nachgewiesen werden. Wenn man aber nur die nüchternen Unfallopfer betrachtet, lässt sich kein Schutz oder sogar ein höheres Risiko für Helmträger feststellen.

    DonRazzi 19.10.2012 12:59 Uhr

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