Ranking Mark Zuckerberg ist Person des Jahres
Webschau mit Andreas Noll
Der Facebook-Chef wird vom Time-Magazin gewürdigt.
Es ist eine Auszeichnung, die auch den Mächtigen der Welt schmeichelt: die Person des Jahres – ausgewählt vom Time-Magazin. In diesem Jahr wählte die Redaktion Facebook-Chef Mark Zuckerberg zur Person des Jahres 2010. Zuckerberg verbinde "mehr als eine halbe Milliarde Menschen" und ändere damit die Art und Weise "wie wir unser Leben leben", so die Begründung der Redaktion.
Die Internet-Community war im Vorfeld auch nach ihrer Meinung gefragt worden. Mit mehr als 1,2 Millionen Stimmen wählte sie Wikileaks-Gründer Julian Assange mit deutlichem Abstand an die Spitze – Zuckerberg musste sich mit Platz 10 begnügen.
Viele Nutzer von Facebook wiederum suchten 2010 offenbar ein Rezept gegen die Langeweile. Das ergab eine Untersuchung von Facebook-Mitarbeiter Lars Backstrom. Er hat die Status-Updates der mehr als 500 Millionen Mitglieder des Online-Netzwerks einer Trend-Analyse unterzogen und erklärte danach "HMU" zum Stichwort des Jahres. HMU Steht für "Hit me up" und fordert andere zur Kontaktaufnahme auf. Es folgen die Themen "Movies", "iPad und iPhone", "Haiti" und "Justin Bieber". In Deutschland dagegen steht die Fußball-WM ganz oben auf der Themenliste. Es folgen Farmville, das iPad und Krebs. "Deutsche Facebook-Nutzer zeigten sich im Kampf gegen Krebs stark engagiert. In Statusmeldungen machten sie auf die Krankheit aufmerksam und berichteten von persönlichen Erlebnissen."
Im Facebook-Erfolgsjahr müssen die deutschen Konkurrenten Federn lassen. Einer Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung zufolge, verloren die Facebook-Konkurrenten 2010 fast 4,5 Millionen regelmäßige Nutzer. Der Erfolg von Facebook könnte auch erklären, dass die großen Nachrichtenseiten in Deutschland auf breiter Front Leser verlieren .
Gesichtserkennung
Für die kommenden Monate steht bei Facebook offenbar das Thema "Gesichtserkennung" ganz oben auf der Agenda. Mehr als 100 Millionen Fotos werden derzeit pro Tag von den Nutzern mit Tags versehen. Jetzt will Facebook diese Arbeit vereinfachen und startet einen Testlauf für automatische Gesichtserkennung. Wenn Nutzer Bilder hochladen, werden bereits getaggte Menschen automatisch erkannt und ihr Name wird vorgeschlagen, heißt es im Unternehmensblog.
Obwohl die Testphase erst einmal auf die USA beschränkt ist, melden sich in Deutschland bereits zahlreiche Kritiker. "Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden", fordert der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar. Ohne die Einwilligung der Betroffenen dürfe dies nicht geschehen. Facebook sieht das derzeit allerdings anders: Das Unternehmen plant mit dem Opt-Out-Verfahren – Nutzer müssen die Funktion aktiv ausschalten.
Mit Platz 2 auf der Liste der wichtigsten Suchbegriffe ist auch Youtube weiter auf der Erfolgsspur. Der aktuelle Hit des Videoportals (mehr als 360.000 Abrufe in zwei Tagen) in Deutschland ist ein Ausschnitt aus der Talksendung Sandra Maischberger. Altbundeskanzler Helmut Schmidt bewertet hier den amtierenden Außenminister Guido Westerwelle.