Dienstag, 21. Mai 2013

Kultur /

Rassismus Rostock-Lichtenhagen 20 Jahre später  

Almuth Knigge über Ausländerfeindlichkeit in Rostock

Zerstört lehnt am 24.08.2002 das Werbeplakat eines Rostocker CDU-Kandidaten zur Bundestagswahl an einer Laterne im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen vor jenem "Sonnenblumenhaus" (l), das vor zehn Jahren durch tagelange ausländerfeindliche Krawalle traurige Berühmtheit erlangte. Das Plakat trägt die Aufschrift "Zuwanderung in unser Sozialsystem stoppen !".
Ende der Ausländerfeindlichkeit nicht in Sicht (picture-alliance | dpa | Stefan Sauer)

Es ist 20 Jahre her: Vier Tage lang terrorisierten Hunderte Randalierer vietnamesische Vertragsarbeiter in Rostock.

Zwischen dem 22. und 26. August 1992 tobte in Rostock-Lichtenhagen der Mob. Rassistisch motivierte Gewalttäter warfen Molotow-Cocktails in ein vornehmlich von vietnamesischen Vertragsarbeitern bewohntes Haus. Vier Tage lang dauerte der Horror für die Bewohner des Hauses, angefeuert wurden die Rechtsextremen von Anwohnern und alkoholisierten Schaulustigen. Auf dem Höhepunkt der Eskalation - am 24. August 1992 - musste das Haus evakuiert werden.

Schuldige und Opfer werden verwechselt

20 Jahre später leben noch immer einige der damaligen Bewohner in dem Haus in der Mecklenburger Allee. Und 20 Jahre später herrschen immer noch die gleichen Vorurteile gegenüber Ausländern wie damals, als der Mob in Rostock tobte. Manch einer der Bewohner denkt heute noch, die Schuld für die Gewalt habe bei den Vietnamesen gelegen, die damals Ziel der Attacken waren. Die vietnamesische Community in Rostock will die Ereignisse endlich hinter sich lassen.



Mehr bei DRadio Wissen:

Ideologie - Der unscharfe rechte Rand
Der demografische Wandel in Deutschland und die Überalterung unserer Gesellschaft dienen als Argumente für soziokulturelle Schreckensszenarien. Das vermeintliche Aussterben unserer Nation nutzen Rechtspopulisten und Neonazis, um die Bevölkerung am rechten Rand für ihr rassistisches Gedankengut zu gewinnen.
(Agenda vom 31.01.2012)

Mehr zum Thema:

Verdrängt aber nicht vergessen
(dradio.de vom 24.08.2012)

Kontinuität der Schande nach Rostock
(ftd.de vom 25.08.2012)

Ende der Sozialromantik
(faz.net vom 25.08.2012)

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