Rassismus Rostock-Lichtenhagen 20 Jahre später
Almuth Knigge über Ausländerfeindlichkeit in Rostock
Es ist 20 Jahre her: Vier Tage lang terrorisierten Hunderte Randalierer vietnamesische Vertragsarbeiter in Rostock.
Zwischen dem 22. und 26. August 1992 tobte in Rostock-Lichtenhagen der Mob. Rassistisch motivierte Gewalttäter warfen Molotow-Cocktails in ein vornehmlich von vietnamesischen Vertragsarbeitern bewohntes Haus. Vier Tage lang dauerte der Horror für die Bewohner des Hauses, angefeuert wurden die Rechtsextremen von Anwohnern und alkoholisierten Schaulustigen. Auf dem Höhepunkt der Eskalation - am 24. August 1992 - musste das Haus evakuiert werden.
Schuldige und Opfer werden verwechselt
20 Jahre später leben noch immer einige der damaligen Bewohner in dem Haus in der Mecklenburger Allee. Und 20 Jahre später herrschen immer noch die gleichen Vorurteile gegenüber Ausländern wie damals, als der Mob in Rostock tobte. Manch einer der Bewohner denkt heute noch, die Schuld für die Gewalt habe bei den Vietnamesen gelegen, die damals Ziel der Attacken waren. Die vietnamesische Community in Rostock will die Ereignisse endlich hinter sich lassen.