Rechtsextremismus Musik macht gefügig
Dorothea Jung über die rechte Musikszene und ihre Rekrutierungsfunktion für den rechten Nachwuchs
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- Die CD "Braun is beatiful" der Neonazi-Band Gigi und Die Braunen Stadtmusikanten wurde unter anderen bei einer Razzia in der rechten Szene sichergestellt. (picture-alliance/ dpa | Norbert Försterling)
Europaweit gibt es Neonazi-Bands, doch nirgends sind sie so zahlreich und haben so viele Fans wie in Deutschland. Ihre Verwurzelung in der rechten Szene ist besonders im Zusammenhang mit den NSU-Morden und dem Sänger Daniel Giese deutlich geworden.
Mitte Oktober verurteilte das Amtsgericht Meppen den Musiker Daniel Giese wegen Volksverhetzung zu sieben Monaten auf Bewährung. Der Sänger der Neo-Nazi-Band "Gigi und die braunen Stadtmusikanten" hatte in einem Lied die Morde der NSU verherrlicht. Und zwar bereits bevor die Täter bekannt wurden. Initiativen gegen Rechtsextremismus hatten Daniel Gieses menschenverachtenden Liedtexte schon immer kritisiert, doch die Kritik blieb in der Öffentlichkeit unbeachtet.
Propagandamusik
Die Morde der Zwickauer Terrorzelle haben die Öffentlichkeit wachgerüttelt. Deutschland ist in Europa ein Ballungszentrum der extrem rechten Musikszene. "Der Rechtsrock war mein Türöffner ins extreme Lager", bekennt Aussteiger Gabriel Landgraf. Er beschreibt, wie die Texte ihn als Teenager neugierig auf die Inhalte gemacht haben. 15 Jahre lang war er Neonazi, jetzt klärt er Jugendliche darüber auf wie die rechtsextremistische Szene ihren Nachwuchs rekrutiert.