Rente Später arm
Für die jüngere Generation ist nicht nur das Alter und die Rente in weiter Ferne, auch die Rentendiskussion scheint sie kaum zu erreichen
Die Bundesarbeitsministerin schlägt Alarm: Nach den Berechnungen von Ursula von der Leyen wird im Jahr 2030 jeder dritte Rentner zum Sozialamt laufen müssen, weil seine Altersbezüge unter dem Grundsicherungssatz liegen. Aber auch 2012 gibt es viele Rentner, die versuchen, ihr finanzielles Auskommen zu verbessern - meist mit 400-Euro-Jobs. Die Altersarmut, so scheint es, nimmt immer weiter zu.
Wie die Rente im Jahr 2030 aussieht, kann keiner sagen. Auch deshalb lassen die düsteren Prognosen von Politikern und Demografen die jüngere Generation eher kalt. Wer nicht resigniert, gehört zur denjenigen, die aus lauter Angst vor Altersarmut den nächstbesten Vertrag zur privaten Zusatzrente unterschreiben - und dann das Thema abhaken.
Im Tagesthema bei DRadio Wissen beschäftigen wir uns mit der Rente: Wie wird sie berechnet? Kann ich vorsorgen oder werde ich über den Tisch gezogen?
Rentenpunkte sammeln wie Rabattmarken?
Jessica Sturmberg erklärt, wie veränderte Arbeitsverhältnisse die Berechnung der Rente beeinflussen
Manch einer ist überrascht, was er am Ende eines Arbeitslebens an Rente bekommt. (pix.plz | flickr | cc by-nc-sa 2.0)Viele beginnen heute später zu arbeiten, wechseln mehrfach die Beschäftigung, unbefristete Arbeitsverträge gibt es kaum, Umschulung und Weiterbildung wechseln sich mit Arbeitslosigkeit ab. Für die Rente bedeutet das laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung, dass die Arbeitnehmer unterm Strich zu wenig Rentenpunkte ansammeln und bei Renteneintritt nur eine magere Sozialleistung auf sie wartet.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 23.08.2011.
Aufschieben, ausblenden, abhaken
Marktforscher Thomas Kirschmeier über die Arten, sich mit Altersvorsorge zu befassen
Es gibt viele Arten vorzusorgen oder abzuwarten. Welche Strategie die beste für die Altersvorsorge ist, weiß keiner. (Julie70 | flickr | cc by-nc-sa 2.0)Es gibt viele Vermutungen darüber, woran es liegt, dass das Thema Altersvorsorge unbeachtet bleibt. Eine Studie des Marktforschungsinstituts Rheingold in Köln zeigt, dass sich Menschen in sechs Grundtypen aufteilen, wie sie sich dem Thema nähern, zum Beispiel in die hortenden Hamsterer oder abwartenden Angsthasen und sorglosen Ignorierer.
Darf's ein bisschen mehr sein?
Katharina Hamberger erklärt, wie die so genannte Zuschussrente funktionieren soll
Gering Verdiener werden bei Renteneintritt zum Sozialfall. (picture alliance / ZB | Rainer Weisflog)Wer 35 Jahre lang in das Rentensystem einzahlt und dabei weniger als 2500 Euro brutto verdient, bekommt im Alter lediglich eine Rente in der Höhe der Grundsicherung von 688 Euro. Mit diesen Zahlen argumentiert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen für ihr Modell einer Zuschussrente, die die monatliche Rente auf 850 Euro anheben soll. Von der Leyens Konzept für eine Zuschussrente wird allerdings von vielen Seiten kritisiert.
Rent a Rentner
Anja Nehls über einen Verein, der Pensionären Jobs vermittelt
Viele ältere Menschen arbeiten zusätzlich zur Rente. (picture-alliance/ ZB | Wolfgang Thieme)In manchen Regionen, wie in Berlin, steigt schon heute rasant die Zahl der Rentner, die zusätzlich zu ihrer Rente arbeiten müssen, weil sie sonst zu wenig zum Leben hätten. Der Verein "Tätiger Lebensabend" vermittelt Rentner, die dazu verdienen müssen, und der Verein kommt mit dem Vermitteln nicht mehr nach. Eine Reportage über die Arbeit des Vereins und die Schicksale der Betroffenen.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 28.10.2011.
Zurück an die Arbeit
Verena Herb berichtet über Unternehmen, die ehemalige Marbeiter aus dem Ruhestand zurückzuholen
Viele Menschen arbeiten im Alter, um die Rente aufzubessern. (picture alliance / ZB | Waltraud Grubitzsch)Arbeiten bis ins hohe Alter - so sieht die Zukunft aus. Und ob die Rente dann wirklich zum Leben reicht, steht auch in den Sternen. Viele Rentern machen sich deshalb schon heute wieder an die Arbeit. Manche Unternehmen wie die Otto Group werben sogar gezielt ehemalige Mitarbeiter wieder an - auch als Fach- und Führungskräfte. Gewerkschafter sehen das allerdings kritisch. Verena Herb hat nachgefragt, warum Firmen frühere Angestellte wieder zurückholen.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 23.08.2012.