Rio+20 Wir beuten aus!
Die Menschheit wird diesen Planeten zerstören - und zwar nachhaltig.
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- Der Energiebedarf der Menschen führt immer wieder zu Umweltkatastrophen - wie hier nach dem Untergang der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" 2010 im Golf von Mexiko. (AP)
"Nachhaltige Entwicklung" lautete das Schlagwort vor 20 Jahren - doch die Zerstörung der Welt dauert an.
Die Menschheit wird diesen Planeten zerstören - und zwar nachhaltig. Wir beuten die Ressourcen so lange aus, wie es geht. Dabei achten wir stets darauf, dass die Vor- und Nachteile möglichst ungleichmäßig verteilt sind. Die größten Verschmutzer und Fleischfresser merken am wenigsten von den negativen Konsequenzen. Doch irgendwann wird die Situation kippen, die Meeresspiegel steigen an, ganze Landstriche versinken. Und die flüchtenden Menschen werden eine neue Heimat brauchen, Konflikte um Land und Wasser sind absehbar.
Ein Gipfel für die Nachhaltigkeit
1992 traf sich die Weltgemeinschaft zur Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Am Ende standen unter anderem die Rio-Erklärung, die Klimarahmenkonvention und die Agenda 21. Die Erklärungen und Dokumente sollten für eine nachhaltige Gesellschaft sorgen, den Umweltschutz stärken und den Klimawandel begrenzen.
20 Jahre später ist keines der Ziele erreicht, im Gegenteil. Das zeigt auch der Blick in unser DRadio Wissen Archiv. Zum Start des UN-Umweltgipfels Rio+20 beuten auch wir das Archiv aus und senden eindrückliche Berichte zur fortschreitenden Umweltzerstörung.
Es war einmal in Rio: der Umweltgipfel von 1992
Als "nachhaltig" noch keine Floskel war: Werner Eckert über den Rio-Gipfel
Drei Tage vor Beginn des Gipfels 1992 besuchen Hunderte die Ausstellung "Erden-Schau" in Rio. (picture alliance / dpa)
Die Ambitionen waren groß, als sich die Vertreter der Weltgemeinschaft im Juni 1992 zur UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro trafen. Man wollte wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz in Einklang bringen. Jeder Mensch sollte das Recht haben, gesund zu leben. Greenpeace erklärte den Gipfel für gescheitert - unter anderem weigerten sich die USA und Japan, feste Zusagen zu machen.
Die Lunge des Planeten röchelt
Über die Ausbeutung des Regenwaldes berichtet Julio Segador.
Brandgerodeter Wald in Brasilien. (picture alliance / dpa)
Zum UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro will Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ihr Land als umweltpolitischen Musterknaben präsentieren. Die Zerstörung des Regenwaldes soll bis 2020 um 80 Prozent reduziert, der Ausstoß der klimaschädlichen CO2-Gase drastisch verringert werden. Doch Satellitenbilder beweisen, dass weiter große Flächen des Regenwaldes gerodet werden.
Das Geschäft mit dem Acker: Land Grabbing in Sierra Leone
Alexander Göbel hat Bauern vor Ort besucht.
Straßenszene in Freetown: Sierra Leone zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. (picture alliance / dpa)Viele Länder in Afrika können ihre Bevölkerung nicht ernähren. Gründe: Dürren, fehlende Infrastruktur und mangelndes landwirtschaftliches Know-how. Doch Landwirtschaft ist in Afrika nicht aussichtslos. Unternehmen aus Europa, den USA und den arabischen Ölstaaten kaufen oder pachten große Flächen, um Nahrungsmittel zu produzieren. Auch in Sierra Leone, einem der ärmsten Länder der Welt.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 03.08.2011.
Feuer außer Kontrolle
Der Journalist John Kantara hat einen Film über brennende Kohleflöze gedreht.
Blick in eine Spalte über einem Kohlebrand in China. (Sino German Coal Fire Research initiativ)China deckt seinen Energiebedarf vor allem durch Kohle. Sie wird nicht nur aus Bergwerken unter teils prekären Sicherheitsverhältnissen gewonnen, sondern auch in Zehntausenden privaten Gruben abgebaut - meist illegal, mit primitiver Technik. Immer wieder gerät die Kohle unter Tage in Brand, teilweise schwelen solche Feuer seit vielen Jahrzehnten. Weltweit setzen brennende Kohleflöze Unmengen Treibhausgase frei.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 29.12.2010.
Eine Zukunft unter Wasser: Bangladesch
Kai Küstner zu dem dringenden Erderwärmungsproblem eines armen Landes.
Trinkbares Wasser ist kostbar in Bangladesch. (picture alliance / dpa)Bangladesch ist ein Seismograph für die Erderwärmung und das Ansteigen der Meeresspiegel. Seit 1900 ist das Wasser dort um 20 Zentimeter gestiegen. Geht diese Entwicklung weiter, könnten bis zu 17 Prozent des Landes überflutet sein, so eine Hochrechnung für 2050. 20 Millionen Menschen wären davon betroffen. Schon jetzt ist das Wasser einiger Flüsse mit Meerwasser vermischt.
Der Preis der Seltenen Erden
Über die gefährliche Arbeit des Metallabbaus berichtet Ruth Kirchner.
Eine Pipeline bei Xinguan: Der Abbau von Seltenen Erden in China birgt Umweltrisiken. (dpa / picture alliance / Weng Huan)China ist der weltgrößte Produzent von Seltenen Erden. ARD-Korrespondentin Ruth Kirchner ist nach Baotou im Norden Chinas gereist. Die aufwendige Förderung der Metalle hat der Region viel Schaden gebracht. Beim Abbau und der Bearbeitung entstehen giftige Abfälle, die ins Grundwasser geraten. Ackerböden sind unfruchtbar, Tiere krank geworden. Menschen leiden unter der Umweltverschmutzung.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 26.01.2012.
Am Donnerstag (21.06.2012) setzen wir die Berichterstattung zum UN-Gipfel Rio+20 fort: Wir retten die Erde! und zeigen Utopien, Visionen und Entwürfe für eine bessere Zukunft.