Donnerstag, 20. Juni 2013

Agenda /

Rio+20 Wir beuten aus!  

Die Menschheit wird diesen Planeten zerstören - und zwar nachhaltig.

Ein toter Fisch treibt in einem Ölteppich
Der Energiebedarf der Menschen führt immer wieder zu Umweltkatastrophen - wie hier nach dem Untergang der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" 2010 im Golf von Mexiko. (AP)

"Nachhaltige Entwicklung" lautete das Schlagwort vor 20 Jahren - doch die Zerstörung der Welt dauert an.

Die Menschheit wird diesen Planeten zerstören - und zwar nachhaltig. Wir beuten die Ressourcen so lange aus, wie es geht. Dabei achten wir stets darauf, dass die Vor- und Nachteile möglichst ungleichmäßig verteilt sind. Die größten Verschmutzer und Fleischfresser merken am wenigsten von den negativen Konsequenzen. Doch irgendwann wird die Situation kippen, die Meeresspiegel steigen an, ganze Landstriche versinken. Und die flüchtenden Menschen werden eine neue Heimat brauchen, Konflikte um Land und Wasser sind absehbar.

Ein Gipfel für die Nachhaltigkeit

1992 traf sich die Weltgemeinschaft zur Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Am Ende standen unter anderem die Rio-Erklärung, die Klimarahmenkonvention und die Agenda 21. Die Erklärungen und Dokumente sollten für eine nachhaltige Gesellschaft sorgen, den Umweltschutz stärken und den Klimawandel begrenzen.

20 Jahre später ist keines der Ziele erreicht, im Gegenteil. Das zeigt auch der Blick in unser DRadio Wissen Archiv. Zum Start des UN-Umweltgipfels Rio+20 beuten auch wir das Archiv aus und senden eindrückliche Berichte zur fortschreitenden Umweltzerstörung.

 

Es war einmal in Rio: der Umweltgipfel von 1992
Als "nachhaltig" noch keine Floskel war: Werner Eckert über den Rio-Gipfel

Viele Menschen stehen vor einer großen Bühne am Strand von Rio. Drei Tage vor Beginn des Gipfels 1992 besuchen Hunderte die Ausstellung "Erden-Schau" in Rio. (picture alliance / dpa)

Die Ambitionen waren groß, als sich die Vertreter der Weltgemeinschaft im Juni 1992 zur UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro trafen. Man wollte wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz in Einklang bringen. Jeder Mensch sollte das Recht haben, gesund zu leben. Greenpeace erklärte den Gipfel für gescheitert - unter anderem weigerten sich die USA und Japan, feste Zusagen zu machen.

 

 

 Die Lunge des Planeten röchelt 
Über die Ausbeutung des Regenwaldes berichtet Julio Segador.

Brandgerodeter Wald in Brasilien. Brandgerodeter Wald in Brasilien. (picture alliance / dpa)

Zum UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro will Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ihr Land als umweltpolitischen Musterknaben präsentieren. Die Zerstörung des Regenwaldes soll bis 2020 um 80 Prozent reduziert, der Ausstoß der klimaschädlichen CO2-Gase drastisch verringert werden. Doch Satellitenbilder beweisen, dass weiter große Flächen des Regenwaldes gerodet werden.

 

 

Das Geschäft mit dem Acker: Land Grabbing in Sierra Leone 
Alexander Göbel hat Bauern vor Ort besucht.

Ein Mädchen trägt einen Topf durch die Straßen.Straßenszene in Freetown: Sierra Leone zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. (picture alliance / dpa)Viele Länder in Afrika können ihre Bevölkerung nicht ernähren. Gründe: Dürren, fehlende Infrastruktur und mangelndes landwirtschaftliches Know-how. Doch Landwirtschaft  ist in Afrika nicht aussichtslos. Unternehmen aus Europa, den USA und den arabischen Ölstaaten kaufen oder pachten große Flächen, um Nahrungsmittel zu produzieren. Auch in Sierra Leone, einem der ärmsten Länder der Welt.

Der Bericht ist eine Wiederholung vom 03.08.2011.

 

 

Feuer außer Kontrolle
Der Journalist John Kantara hat einen Film über brennende Kohleflöze gedreht.

Blick in eine Spalte über einem Kohlebrand in China.Blick in eine Spalte über einem Kohlebrand in China. (Sino German Coal Fire Research initiativ)China deckt seinen Energiebedarf vor allem durch Kohle. Sie wird nicht nur aus Bergwerken unter teils prekären Sicherheitsverhältnissen gewonnen, sondern auch in Zehntausenden privaten Gruben abgebaut - meist illegal, mit primitiver Technik. Immer wieder gerät die Kohle unter Tage in Brand, teilweise schwelen solche Feuer seit vielen Jahrzehnten. Weltweit setzen brennende Kohleflöze Unmengen Treibhausgase frei.

Der Bericht ist eine Wiederholung vom 29.12.2010.

 


Eine Zukunft unter Wasser: Bangladesch 
Kai Küstner zu dem dringenden Erderwärmungsproblem eines armen Landes.

Zwei Frauen tragen zusammen einen Behälter mit Trinkwasser.Trinkbares Wasser ist kostbar in Bangladesch. (picture alliance / dpa)Bangladesch ist ein Seismograph für die Erderwärmung und das Ansteigen der Meeresspiegel. Seit 1900 ist das Wasser dort um 20 Zentimeter gestiegen. Geht diese Entwicklung weiter, könnten bis zu 17 Prozent des Landes überflutet sein, so eine Hochrechnung für 2050. 20 Millionen Menschen wären davon betroffen. Schon jetzt ist das Wasser einiger Flüsse mit Meerwasser vermischt.

 

 

Der Preis der Seltenen Erden
Über die gefährliche Arbeit des Metallabbaus berichtet Ruth Kirchner.

Auf dem Bild sieht man wie beim Abbau von Seltenen Erden in China eine Flüssigkeit aus einer Pipeline schießt.Eine Pipeline bei Xinguan: Der Abbau von Seltenen Erden in China birgt Umweltrisiken. (dpa / picture alliance / Weng Huan)China ist der weltgrößte Produzent von Seltenen Erden. ARD-Korrespondentin Ruth Kirchner ist nach Baotou im Norden Chinas gereist. Die aufwendige Förderung der Metalle hat der Region viel Schaden gebracht. Beim Abbau und der Bearbeitung entstehen giftige Abfälle, die ins Grundwasser geraten. Ackerböden sind unfruchtbar, Tiere krank geworden. Menschen leiden unter der Umweltverschmutzung.

Der Bericht ist eine Wiederholung vom 26.01.2012.

 

Am Donnerstag (21.06.2012) setzen wir die Berichterstattung zum UN-Gipfel Rio+20 fort: Wir retten die Erde! und zeigen Utopien, Visionen und Entwürfe für eine bessere Zukunft.



Mehr bei DRadio Wissen:

Wirtschaftswachstum: Der Kollaps kann warten
Vor 40 Jahren veröffentlichte der Club of Rome den Bericht "Die Grenzen des Wachstums".
(Agenda vom 16.03.2012)

Greenpeace-Kampagne für saubere IT
Ein Gespräch mit Christof Windeck, Hardware-Redakteur bei c't.
(Medien vom 13.02.2012)

Tiefsee: Wettrennen um Rohstoffdepots
China hat aufgeholt im Wettrennen um die Rohstoffe auf dem Meeresboden.
(Agenda vom 29.07.2011)

Antarktis: Kampf ums ewige Eis
Internationale Verträge regeln den Schutz des Gebiets. Denn unter den Eismassen werden Bodenschätze und Rohstoffe vermutet.
(Agenda vom 15.12.2011)

Nachhaltigkeit: Postfossil leben
Transition soll die Antwort auf die Frage liefern, wie wir nachhaltiger leben können.
(Meine Zukunft vom 01.12.2011)

Umweltpolitik: Dicke Luft in China
Seit Jahren verspricht die Regierung in Peking mehr für die Umwelt zu tun.
(Natur vom 16.11.2011)

Mein Studium: Umwelt- und Ressourcenmanagement
Das Fach ist ein technischer Studiengang für Leute mit einem großen Herz für den Umweltschutz.
(Mein Studium vom 09.10.2011)

 

Mehr zum Thema:

Grünes Handeln für den blauen Planeten
Themenschwerpunkt zur Umweltkonferenz Rio+20
(dradio.de vom 22.05.2012)

UN-Konferenz Rio+20: Absichten gut, Lage schlecht
(sueddeutsche.de vom 19.06.2012)

Rio+20: 20 Jahre Versagen
(zeit.de vom 11.06.2012)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Agenda

Das Symbolbild für Organspende zeigt ein Herz in einem Plastikbeutel.

TransplantationLeben und Tod

Es geht oft um Leben und Tod: Leben für den Empfänger, Tod für den Spender.

Mehr …

Angela Merkel guckt Barack Obama an.

Angela MerkelWelcome to Neuland

Barack Obama war in Berlin, doch Angela Merkel hat ihm die Show gestohlen - mit der Bemerkung das Internet sei "Neuland".

Mehr …

Claudia Roth auf dem Parteitag der Grünen in Hannover

KommentareDas ist der Abgrund

Claudia Roth im Gezi-Park: Ein Foto, ein Shitstorm.

Mehr …

Der schwitzende Tennisspieler Roger Federer in Melbourne 2010.

SchweiẞLass fließen, Baby!

Intelligenz? Sprache? Aufrechter Gang? Mitnichten! Der Schweiß unterscheidet den Menschen vom Tier.

Mehr …

Eine Lichtquelle strahlt, darunter steht: "Your privacy is our business"

NSA & PrismNur die Spitze des Prismas

Die Totalüberwachung der digitalen Kommunikation.

Mehr …

Auf dem T-Shirt von Robert Meier steht: 109, na und

Ü 100Leben im dreistelligen Bereich

Warum wir immer älter werden und die 100 bald nichts Besonderes mehr sind.

Mehr …