Montag, 20. Mai 2013

Globus /

Roma Zuhause ist woanders  

Ursula Duplantier hat eine Roma-Familie in Marseille besucht

Polizisten lösen ein Roma-Zeltlager in Marseille auf.
Ein Roma-Lager in Marseille (picture alliance / dpa / Launette Florian)

In Frankreich leben viele Roma aus Rumänien und Bulgarien - willkommen sind sie dort nicht immer. Allein in Marseille leben schätzungsweise 1500 bis 2000 Roma. Im Alltag müssen sie mit Anfeindungen und Vorurteilen umgehen - doch es gibt auch ein Leben jenseits dieser Probleme.

Es war Nicolas Sarkozy der während seiner Präsidentschaft gegen Roma vorgegangen ist. Er ließ Camps räumen, in denen die Roma lebten und schickte sie zurück in ihre Heimatländer. Der neue Präsident François Hollande hatte im Wahlkampf versprochen, bei jeder Räumung eines Lagers den Roma eine alternative Unterkunft anzubieten. Bislang ist das nicht geschehen. Auch seine Regierung hält daran fest, Roma-Lager räumen zu dürfen.

Ausnahmeregeln für Menschen aus Rumänien und Bulgarien

In Frankreich und anderen EU-Staaten haben Roma nicht die gleichen Rechte wie andere EU-Bürger: Sie müssen das Land nach drei Monaten wieder verlassen, wenn sie keine Arbeit finden und sich nicht selbst versorgen können.

Zelt statt Wohnung

Im milden Klima von Marseille leben etwa 2000 Roma. Sie werden als Diebe und Bettler abgestempelt, sind dort nicht gerne gesehen. Einige von ihnen leben in Zelten auf einem brachliegenden Gelände - weit ab von den Franzosen. Sie haben keinen Strom, das Wasser kommt aus einem Hydranten. Eine Wohnung konnte die sechsköpfige Familien bislang nicht finden, zu hoch waren die bürokratischen Hürden.



Mehr bei DRadio Wissen:

Frankreich - Roma-Politik unter Beobachtung
François Hollande kritisierte einst das scharfe Vorgehen seines Amtsvorgängers Nicolas Sarkozy gegen Roma - nun werden ihm die selben Vorwürfe gemacht.
(Globus vom 22.08.2012)

Roma - Von wegen Heimat
Nach der Abschiebung: In Frankreich nicht geduldet, in Bulgarien unerwünscht: Viele aus Frankreich abgeschobene Roma stehen in ihrer Heimat völlig allein.
(Globus vom 05.10.2010)

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