Samstag, 18. Mai 2013

Natur /

Schizophrenie Keine Behandlung unter Zwang  

Christina Pannhausen berichtet über Wege, um Schizophrene zu therapieren

Das Wort "schizophren" ist in einem Wörterbuch zu sehen.
Denkstörungen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen kennzeichnen eine Schizophrenie. (picture alliance | dpa | Christian Charisius)

Bis vergangenes Jahr durften Schizophrene noch gegen ihren Willen zwangsbehandelt werden. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sieht es jetzt anders aus. Psychiater gehen in der Therapie neue Wege.

Die Zwangsbehandlung von Schizophrenie-Kranken war in Deutschland für lange Zeit erlaubt. Dazu gehörte auch eine Behandlung mit Psychopharmaka. Danach herrschte für eine Weile Rechtsunsicherheit. Inzwischen hat der Bundestag aber ein neues Gesetz verabschiedet, das in den nächsten Wochen in Kraft treten soll.

Umdenken bei Psychiatern

Bei den Psychiatern hat inzwischen ein Umdenken eingesetzt. Viele meinen, dass eine Zwangsbehandlung wenig bringt. Andere sagen dagegen, wenn es die Möglichkeit der Zwangsbehandlung nicht gibt, kann Patienten, die aufgrund ihrer Krankheit eine Behandlung ablehnen, nicht geholfen werden.



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Ulf Kindler lebt seit Jahrzehnten mit einer Stimme im Kopf.
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Kriterien psychischer Krankheit
Das Buch gilt als die Bibel der Psychiater: Der Diagnosekatalog DSM verzeichnet alle psychischen Krankheiten.
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Dialog mit dem Ich
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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Zwang oder Chance aus der Psychose

    Ein ausgewogener Beitrag. Gut recherchiert. Als tätiger Psychiater, der auch mit Zwangsbehandlungen zu tun hat kann nur dazu appellieren bei einer verzögerten Behandlung kauch das Leid der betroffenen Person und die schlechtere Prognose bei Verzögerungen im Blick zu behalten. Ich fürchte dadurch, dass keine Forderung für Mindestzeiten zur Einschätzung gibt sind Verzögerungen bei der Entscheidung vorprogrammiert. Mit gewisser Erfahrung im Beruf und erst mit persönlichen Gesprächen und der Beobachtung des Patíenten kann man abschätzen, ob weiteres Zuwarten den Patienten überzeugt, sich freiwillig behandeln zu lassen. Die Einschätzung eines aussenstehenden Gutachters verzögert die Sache und ist in meinen Augen fragwürdig, da er auch schlecht die Gelegenheit hat, den Patienten in verschiedenen Situationen zu sehen und sich ein Bild zu machen. Wichtiger ist in meinen Augen eine Einscheidung im Ärzte- und Pflegeteam in Absprache mit den Richtern. Weniger Bürokratie schafft mehr Zeit für persönlichen Kontakt. Zudem sollte durch eine ausreichende Anzahl von gut ausgebildeten Psychiatern die Qualität der Behandlung gewährleistet sein und nicht weitere Kürzungen im Stellenschlüssel und die Missachtung der sog. Psych-PV ( Personalverordnung in der Psychiatrie) die Qualität verschlechtern. Es bleibt immer die Frage, was unserer Gesellschaft die Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen wert ist.

    schrink 16.02.2013 12:50 Uhr

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