Samstag, 25. Mai 2013

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Schlecker-Werbung "For You. Vor Ort."  

Webschau mit Konstantin Zurawski

Schlecker erfindet sich neu: For You. Vor Ort.
Schlecker erfindet sich neu: For You. Vor Ort. (Screenshot SCHLECKER.com)

Der Werbespruch der Drogeriemarktkette Schlecker ist Monate alt. Doch vor kurzem hatte sich eine Person in einem Brief an das Unternehmen über den Spruch mit Sorge um die deutsche Sprache beschwert. Unbekannt sind die Person und der genaue Inhalt des Briefes. Doch die Reaktion des Schlecker-Unternehmenssprechers Florian Baum auf den Brief ist öffentlich und hat zu Diskussionen im Netz geführt.

Denn die anonyme Person hat die Antwort Baums an die Deutsche Sprachwelt in Erlangen geschickt, eine Zeitung, die "für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache eintritt", so ist es auf deren Webseite zu lesen. Und seitdem ist dieser Brief öffentlich, denn die Deutsche Sprachwelt hat ihn auf Facebook veröffentlicht. 

Motto spricht 95 Prozent der Deutschen an

"Das Motto sollte die durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind, ansprechen", schreibt Baum in seiner Antwort. Ein Satz der zahlreiche Kommentare auf der Facebook-Seite provozierte, die Schlecker wiederum kommentiert:

"Und selbstverständlich freuen wir uns, wenn sich 95 Prozent der Deutschen von unserem neuen Motto FOR YOU. VOR ORT. angesprochen fühlen und bei uns einkaufen. Mit den übrigen fünf Prozent führen wir gerne auch eine Debatte dazu, inwieweit das Motto polarisiert, oder ob sich unsere Sprache nicht schon seit tausenden Jahren immer wieder durch frische kulturelle Einflüsse weiter entwickelt und neu erfunden hat."

Niedriges Bildungsniveau nicht gleich "dumm"

Der Blogger Anatol Stefanowitsch schreibt, dass der Schlecker-Kommentar alles nur noch schlimmer machen würde. Denn erstens behauptet Schlecker, dass sich 95 Prozent der Deutschen von dem Firmenmotto angesprochen fühlen, wofür es aber überhaupt keine Belege gebe. Und zweitens werde die imaginäre fünf Prozent-Elite noch einmal bestätigt und gesagt, dass man nur mit dieser, aber eben nicht mit der breiten Masse, über die Entwicklung der deutschen Sprache sprechen wolle.

Im firmeneigenen Blog rechtfertigt Schlecker, dass ein niedriges Bildungsniveau nicht mit "unterbelichtet" oder "dumm" gleichzusetzen wäre und dass alle Kunden - vom Arbeiter bis zum Professor - bei Schlecker willkommen seien.

Arroganz in der Kommunikation

Sascha Lobo weist in der Diskussion auf zwei Dinge hin: Erstens sei "niedriges Bildungsniveau" in der Werbung ein gängiger Ausdruck, der ohne Wertung die Zielgruppe definiere. Zweitens kann die digitale Vernetzung etwas Privates wie einen persönlichen Brief in die Öffentlichkeit stellen, das müsse man als Unternehmenssprecher bei der Kommunikationsstrategie beachten. Arroganz sei die denkbar schlechteste Voraussetzung für einen Unternehmenssprecher.

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Beitrag auf werbe-log.de

    http://www.werbe-log.de/?p=1

    edelkirsch 28.10.2011 11:01 Uhr

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