Donnerstag, 23. Mai 2013

Hörsaal /

Selbstoptimierung Schneller, höher, weiter!  

Der Philosoph Jan-Christoph Heilinger u. a. im Gespräch mit Juli Zeh

Neben einer Pillendose und einigen verstreuten Pillen liegt ein Finger, auf den ein Gesicht gemalt ist. Das Gesicht streckt die Zunge raus, es sieht aus wie tot.
Daueroptimierte Menschen leben gefährlich. (Berge Gazen/flickr/cc-by-nc-sa)

"Der getunte Mensch" - mehr Leistung durch Pillen? Eine Podiumsdiskussion vom 7. Dezember in der Körber-Stiftung in Hamburg mit dem Philosophen Jan-Christoph Heilinger, der Psychopharmakologin Isabella Heuser, dem Gesundheitswissenschaftler und Mitglied des Deutschen Ethikrats Eckhard Nagel und der Schriftstellerin Juli Zeh.

Um permanent durch- und mitzuhalten, bietet gerade die Medizin inzwischen völlig neue Möglichkeiten. So haben sich in einer Umfrage des Fachmagazins "Nature" zahlreiche Wissenschaftler dazu bekannt, regelmäßig konzentrationsfördernde Medikamente, Wachmacher oder Betablocker einzunehmen.

Mehr Leistung durch Pillen

Gar nicht so schlimm, sagen sogar Experten dazu. Viele neue Medikamente haben lange nicht mehr die Nebenwirkungen, die man noch von früher kennt. So hat der Hirnforscher Stefan Knecht aus Hamburg ein spannendes Experiment gewagt. Er hat völlig gesunde Menschen Vokabeln lernen lassen. Ein Teil von ihnen bekam dabei Medikamente verabreicht, die eine bestimmte Region im Gehirn stimulieren, nämlich die für Belohnungen. Und siehe da: die Menschen mit Pillenkonsum erbrachten tatsächlich die besseren Leistungen.

Leistungsmangel als Krankheit?

Die Nachfrage nach bestimmten Pillen nimmt immer mehr zu. Wohlgemerkt: es geht hier um gesunde Menschen, die mit immer weniger Schlaf auskommen wollen, um noch mehr noch effizienter leisten zu können. Ernsthaft diskutiert wird bereits die Frage, was in einigen Jahren mit denjenigen von uns passieren wird, die sich nicht auf diese Weise "auftunen". Wird ihre dann mangelnde Leistungsfähigkeit gegenüber der gesellschaftlichen Norm als Krankheit bezeichnet?

Die Körber-Stiftung hat die nun folgende Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung, dem Deutschlandfunk und DRadio Wissen aufgezeichnet. Die Moderation hat Ralf Müller-Schmid, Redaktionsleiter von DRadio Wissen übernommen.

Mehr zum Thema:

Der Vortrag auf der Seite der Körber-Stiftung

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