Sonntag, 19. Mai 2013

Globus /

Serbien Belgrads junge Kunstszene  

Jutta Schwengsbier hat sich im kulturellen Untergrund Belgrads umgesehen.

Ein Mann sitzt auf einem Sofa in einem leeren Raum.
Das BIGZ ist einer der Treffpunkte junger Künstler in Belgrad. (Dis-Patch Festival | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Die offizielle Kunstszene in Belgrad ist tot. Die alternative Szene aber ist lebendig und organisiert sich selbst: in Klubs, besetzten Gebäuden und in Distanz zum Staat.

Die Galerie "Zehn plus Eins" ist der bislang einzige von jungen Künstlern selbst organisierte Ausstellungsraum in Belgrad. Die Bilder, Installationen oder Multimedia-Anwendungen tragen Titel wie "Sarkasmus Detektor" oder "24 Stunden Kultur". "Das sind ironische Anspielungen auf die von korrupten nationalistischen Politikern zerstörte Kulturszene Belgrads", erläutert die 24-jährige Künstlerin Isidora Krstic.

Kunst in besetzten Räumen

Tatsächlich sind das serbische Museum für moderne Kunst und das Nationalmuseum seit Jahren geschlossen. "Keiner weiß, wohin die Gelder für die Renovierung geflossen sind", sagt Krstic. Waren früher solch offizielle Institutionen Treffpunkte auch der jungen modernen Kunstszene Belgrads, muss man die heute suchen - und trifft sie etwa im BIGZ.

"Von diesem Staat erwarten wir nichts mehr"

Musiker, Maler und andere Künstler haben das ehemalige Druckereihochhaus einfach besetzt. Aus den unzähligen Bars und Probenräumen dröhnt nun jede Nacht eine wilde Mischung aus Punkrock, Heavy Metall, Discopop oder Freejazz. "Von diesem Staat erwarten wir nichts mehr", sagt der Fotograf Marko Markovic, "außer in Ruhe gelassen zu werden."



Mehr bei DRadio Wissen:

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(Kultur vom 13.07.2011)

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