Serials Das Comeback des Fortsetzungsromans
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- Begann seine Karriere als Fortsetzungsroman - Oliver Twist von Charles Dickens. (dpa | Karl-Josef Hildenbrand)
Amazon und das Start-Up Plympton wollen die vergessene Tradition der Fortsetzungsgeschichte auf dem E-Book wiederbeleben.
Ob "Mad Men“, "The Wire“ oder "Game of Thrones“: Serielles Erzählen fesselt ein Millionenpublikum. Aber die Serie ist natürlich keine Erfindung des Fernsehens. Denn von Anna Karina bis Oliver Twist - quasi sämtliche Klassiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts erschienen als Fortsetzungsroman. Auch der serientypische Cliffhanger kam in Thomas Hardys Roman "A Pair of Blue Eyes“ im wortwörtlichsten Sinne das erste Mal zum Einsatz.
Mit der Entwicklung des Rundfunks wanderten die Fortsetzungsgeschichten in den Äther und die Holzmedien orientierten sich von der Fiktion zu den Tagesfakten.
Fortsetzung im Netz
Versuche die Fortsetzungsgeschichte ins Internet zu übertragen blieben bislang zumindest finanziell mäßig erfolgreich. Selbst Stephen King, König des Kleinstadthorrors, ließ seinen 2000 online selbstpublizierten Fortsetzungsroman The Plant, nach schrumpfenden Käuferzahlen unbeendet.
Nun glaubt Amazon die Fortsetzungsgeschichte in großem Stil wieder beleben zu können: Nicht zuletzt dank des Vertriebsystems ihres neuen Publikations-Programms Kindle Serial: Statt jede Folge einzeln bezahlen und runterladen zu müssen, wird man nach einmaligem Bezahlen automatisch mit neuen Episoden versorgt. Die zumindest momentan noch mikroskopisch kleinen Preise sollen die Einstiegshürde so gering wie möglichst halten.
Bestückt wird Kindle Serial unter anderem von Plympton. Das von einer ehemaligen Journalistin der New York Times und einer Schriftstellerin gegründete Startup, bezeichnet sich selbst als "literarisches Studio“ und hat sich vollständig der digitalen Renaissance der Fortsetzungsgeschichte verschrieben.
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