Donnerstag, 23. Mai 2013

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Extremismus Je lauter, desto öffentlicher  

Frank Überall über zwei extreme Randgruppen: Salafisten und Pro NRW

Islamische Fundamentalisten werden am 01.05.2012 in Solingen von der Polizei festgesetzt. Angehörige der islamischen Salifisten hatten während einer Demonstration gegen die rechtsextreme Splitterpartei Pro NRW die Polizei angegriffen. Drei Polizisten wurden verletzt.
Bei einer Demonstration in Solingen kam es zu Gewalt zwischen Salafisten, Pro NRW und der Polizei. (dpa | picture alliance | Melanie Dittmer)

Eine chaotische Woche geht zu Ende, in der sich zwei extreme Splittergruppen hervor getan haben. Zwei Gruppen, die sich scheinbar brauchen und unterschiedlicher kaum sein könnten: die Salafisten und Pro NRW.

Am Sonntag wird in Nordrhein-Westfalen gewählt und der Kampf um Positionen und Stimmen geht damit zu Ende. Die rechtsextreme Splittergruppe Pro NRW hat die vergangenen Tage genutzt, um mit allen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen. Sie werden nicht in den Landtag kommen und haben dennoch die Schlagzeilen der vergangenen Tage geprägt. Pro NRW wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil die Gruppe unter dem Verdacht steht, verfassungsfeindlich zu sein.

Mit Gewalt auf die Titelseiten

Diesen Verdacht hat Pro NRW selbst genährt: Sie haben vor Moscheen Mohammed-Karikaturen gezeigt und damit Muslime provoziert. Und eine Gruppe hat den Fehdehandschuh geradezu dankbar aufgenommen: die Salafisten. Wie Pro NRW suchen auch die Salafisten vor allem mediale Aufmerksamkeit. Die islamische Sekte hatte noch Tage zuvor Koranschriften verteilt – auch um Nachwuchs zu werben. Sie gaben sich friedlich. Die Rhetorik extremistischer Salafisten dreht sich aber oft um den Dschihad, den Heiligen Krieg gegen Ungläubige.

In Bonn und Solingen kam es zu Ausschreitungen. Es sind zwei Gruppen - so scheint es - die sich gegenseitig Aufmerksamkeit besorgen. Und mittendrin: die Polizei, die versucht, ihre Arbeit zu machen.



Mehr bei DRadio Wissen:

Salafisten: Exotisch, puritanisch, elitär
Salafisten geben sich als Vertreter der reinen Lehre aus. Mit ihrem exotischen Auftreten punkten sie vor allem bei Jugendlichen. Zumindest für kurze Zeit.
(Tagesthema vom 19.4.2012)

"Nicht verteufeln, sondern entlarven"
Ist es ein Problem, wenn Salafisten Koranexemplare an Leute in der Fußgängerzone verteilen? Nein, sagt Ahmet Senyurt aus Köln. Der Journalist aus Köln beschäftigt sich seit fünf Jahren mit der fundamentalistischen Strömung des Islams. Er kennt viele Salafisten und hat intensiv zu dem Thema recherchiert.
(Redaktionskonferenz vom 19.04.2012)

Glasklar: Das ist Salafismus
Eine Begriffserklärung
(Wissensnachrichten vom 18.04.2012)

Warum es nicht den einen Dschihad gibt
Der Islamwissenchaftler Marco Schöller über die Bedeutung des Begriffs Dschihad.
(Hörsaal vom 06.04.2012)

Angst vor dem Islam
Der Soziologe Detlef Pollack spricht über unser Verhältnis zu nicht-christlichen Religionen, insbesondere den Islam.
(Hörsaal vom 06.04.2012)

Es gibt keinen Gott außer Gott
Eine Einführung in den Islam von Gudrun Krämer, Professorin am Institut für Islamwissenschaften der Freien Universität Berlin.
(Hörsaal vom 22.04.2011)

Weitere Informationen:

Isolation der ideologisch Gewaltbereiten
Zum staatlicher Umgang mit gewaltbereiten Salafisten
(dradio.de vom 09.05.2012)

Salafisten und Pro-NRW-Bewegung: Extrem ähnlich
(Spiegel Online vom 09.05.2012)

"Die Salafisten sind Wahlhelfer für Pro NRW"
Extremismus-Expertin zu Pro NRW und Salafismus
(tagesschau.de vom 09.05.2012)

Pro Köln jetzt auch offiziell verfassungsfeindlich
(blog.zeit.de vom 29.03.2011)

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