Mittwoch, 22. Mai 2013

Medien /

Trauer Wie Menschen medial aus dem Leben scheiden  

Gespräch über die Kultur der Traueranzeigen mit Professorin Eva Eckkrammer

Friedhof im Herbst
Friedhöfe ähneln sich häufig, Todesanzeigen hingegen werden immer individueller. (Stock.XCHNG)

"Oma rief, Opa kam": Todesanzeigen werden immer individueller.

Getrauert wird im Todesfall überall. Doch nicht überall wird so medial getrauert wie in Deutschland. In südlichen Ländern pinnen Angehörige Din-A4-Blätter mit der Todesnachricht an Fensterläden und Bäume, und der Brite kündet eher nüchtern von Geburt und Tod.

Getrauert wird auch virtuell

Auch vor dem virtuellen Leben macht der Ernst nicht halt. Immer öfter klopft der Tod auch an der "Pinnwand" an. Diverse Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, die Nachlässe von Netizens zu verwalten und die Facebook- und Twitter-Profile Verstorbener zur letzten Ruhe zu geleiten.

Regeln für Traueranzeigen

Der Bundesverband der Bestatter formuliert auf seiner Webseite die Regeln für die Todesanzeige: Weil die Anzeigengröße den Preis bestimmt, ist die größte Anforderung an den Text die Kürze. Im Verlauf der Jahre ist die Würdigung des Verstorbenen der Darstellung der Trauer der Hinterbliebenen gewichen.

Todesanzeigen in der Wissenschaft

Die Todesanzeige wird in Deutschland eher mit spitzen Fingern angefasst - wissenschaftlich gesehen jedenfalls. Eine Ausnahme ist jedoch die Studie von Eva Eckkrammer: "Die Todesanzeige als Spiegel kultureller Konventionen". (Studie als pdf-Datei) Sie analysiert darin die unterschiedlichen Stilformen der Todesanzeige weltweit.

DRadio Wissen spricht mit Eva Eckkrammer, Geschäftsführende Direktorin des Romanisches Seminars an der Universität Mannheim, die Todesanzeige im Wandel der Zeit und wie Menschen medial aus dem Leben scheiden.


Der Bericht wurde erstmals am
21.04.2011 gesendet.



Mehr bei DRadio Wissen:

Der letzte Wille im Internet
Facebook-Profile leben nach dem Tod ihres Besitzers weiter. Eine schwedische Firma will das ändern und dafür sorgen, dass auch das virtuelle Alter Ego seine Ruhe findet.
(Medien vom 25.03.2010)

Der letzte Dienst
Wie wird man Bestatter? Alles über den Ausbildungsberuf, den man erst seit 2003 lernen kann.
(Meine Zukunft vom 21.02.2011)

Begräbniskultur im Wandel der Zeit
Machen Sie uns bitte ein Angebot! Eine Studie hat den Beerdigungsmarkt unter die Lupe genommen.
(Meine Zukunft vom 26.11.2010)

Letzte Ruhestätte Säurebad
Belgien prüft eine neue Bestattungsmethode: Tote in Säure auflösen.
(Natur vom 30.06.2010)

 

Mehr zum Thema:

todesanzeigensammlung.de sammel kuriose und auffällige Todesanzeigen

bestatterweblog.de von Peter Wilhelm

Digitaler Nachlass (Artikel auf dradio.de vom 04.11.2010)

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