Mein Studium Life Science
Von Julia Beißwenger, Vanessa Dähn und Katharina Damwerth
Was genau passiert in organischen Zellen? Warum wird die eine zur Nerven- und die andere zur Muskelzelle? Und wie teilen die über 30.000 menschlichen Gene ihren Bauplan der Umgebung mit? Im Studiengang Life Science geht man diesen Fragen nach. Die Ergebnisse finden zum Beispiel Anwendung in der Medizin – etwa bei der Entwicklung neuer Medikamente.
Im Bereich der Life Science arbeiten Biologen, Chemiker, Physiker, Mediziner und Pharmakologen eng zusammen. Aus dieser Kooperation haben sich auch die Studienangebote entwickelt. Erst in den vergangenen zehn Jahren wurden Life-Science-Studiengänge an einigen Hochschulen in Deutschland eingerichtet, unter anderem in Hannover, Kaiserslautern und Konstanz.
Der Arbeitsaufwand ist hoch: Die Studenten besuchen Veranstaltungen in Biologie und Chemie. Außerdem gehören Physik, Mathematik und Bioinformatik zum Stundenplan. Schon im Studium arbeiten die Studenten an eigenen Forschungsfragen und verbringen viel Zeit im Labor.
Nach dem Studium werden sie mit guten Jobaussichten belohnt – vor allem, wenn sie sich nach dem Bachelor- noch für ein Master-Studium entscheiden. Die Absolventen kommen in der Pharmaindustrie und in der Grundlagenforschung unter. Sie können außerdem in der Lebensmittelindustrie, in Patentämtern oder im Umweltschutz arbeiten.
Wir stellen den Studiengang Life Science diese Woche in der Serie "Mein Studium" vor.
Der Faktencheck
Die DNA trägt unsere Erbinformationen. (AP) Wo kann man Life Science studieren, welche Voraussetzungen braucht man? Der Faktencheck liefert erste Informationen. Lara Brockmann, Studentin der Applied Life Science - einer Kombination aus Bio-, Pharma und Medizinwissenschaften - erklärt uns ihren Studienalltag. Und Vanessa Dähn hat mit dem Evolutionsbiologen Andrei Lupas über den Ursprung des Lebens gesprochen.
Hören Sie die drei Berichte in: Für das Leben forschen
Die Reportage
Viel Zeit verbringen die Studierenden im Labor. (NASA/GSFC/Chris Gunn | flickr | cc by 2.0)Studenten der Life Sciences verbringen viel Zeit im Labor. Die Studierenden lassen unter anderem Zellen wachsen, pipettieren und mikroskopieren. Und auch für ihre Bachelorarbeiten erarbeiten sie eigene Forschungsfragen.
Julia Beißwenger hat die Fachhochschule Kaiserslautern in Zweibrücken besucht und Life-Science-Studenten begleitet.
Zur Reportage: Bachelorarbeit über Nanoteilchen
Das Interview
Vernetzte Nervenzellen (Universität Magdeburg)Viele bewerben sich um einen Studienplatz im Fach Life Science, doch nur relativ wenige werden genommen. Jörg Hartig, Professor an der Universität Konstanz, erklärt, wie sich der Studiengang vom klassischen Studium der Biowissenschaft unterscheidet, warum Lebenswissenschaftler Informatik brauchen und mit welchen Forschungsfragen er sich im Moment beschäftigt.
Zum Interview: Bausteine des Lebens
Die Berufsaussichten
Ohne Wasser kommt kein Lebewesen aus. (Fotoelfe/flickr/2.0-by-nc-sa)Durch ihre interdisziplinäre Ausbildung können Absolventen der Life Science in verschiedenen Branchen arbeiten. Viele kommen in der Pharmaindustrie unter, berichtet Julia Beißwenger. Und Katharina Damwerth hat eine Absolventin getroffen, die am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven zur Früherkennung giftiger Bakterien im Trinkwasser forscht.
Zum Bericht: Forschung mit Cyanobakterien
Das Fach im Überblick
Mikroskopische Feinarbeit (flickr.com / Instituto Bernabeu)
Es gibt viele Studiengänge, die mit dem Studiengang Life Science eng verwandt sind - darüber berichtet Julia Beißwenger im Gespräch am Freitag. Sie fasst zudem die wichtigsten Informationen noch einmal zusammen.
Zum Gespräch: Life Science