Energie Engpässe bei der Energiewende
Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch über das politische Gezänk um neue, konventionelle Kraftwerke.
Atomkraftwerke sind Vergangenheit in Deutschland. Die erneuerbaren Energien wachsen zu langsam und neue, konventionelle Kraftwerke sind zu teuer, wenn sie nicht auf Volllast fahren dürfen - Deutschland im Engpass.
Die Energiewende in Deutschland kommt nur schleppend voran. Damit ist nicht der Ausbau der Erneuerbaren gemeint, der offenbar besser als gedacht vorankommt. Entscheidend ist, ob es gelingt, das Rückgrat der Energiewende zu stärken: Dieses Rückgrat stellen konventionelle Kraftwerke, die eine stabile Grundlastversorgung gewährleisten können, also Gas- und Kohlekraftwerke.
Neubau lohnt nicht
Das Problem ist betriebswirtschaftlicher Natur: Der Bau neuer Gaskraftwerke lohnt nur, wenn Investoren mit einer angemessenen Betriebslaufzeit pro Jahr rechnen können - die ist aber nicht mehr gewährleistet, da zunehmend auf erneuerbare Energien gesetzt werden soll.
Engpass bis 2030
Die Energiekonzerne halten sich zurück mit neuen Investitionen, die Politik will aber zunehmend saubere Energien vorzeigen können. Dieser Disput könnte teuer werden. Untersuchungen reden von 18 Milliarden Euro, die den Steuerzahler ein möglicher Engpass bis 2030 kosten könnte.