Innenpolitik Betreuungsgeld - aber nicht für Hartz-IV-Empfänger
Webschau mit Martina Schulte
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- Der Streit um Betreuungsgeld hält an (ju-leo | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Bei Hartz-IV-Empfängern soll das geplante Betreuungsgeld mit dem Arbeitslosengeld II verrechnet werden. Im Netz stößt das auf heftige Kritik.
Es kommt eher selten vor, dass sich die deutsche Blogosphäre bei Nicht-Internet oder Nicht-Tech-Themen heiß läuft . Das Thema Betreuungsgeld hat das hingekriegt. Gestern war bekannt geworden, dass die Koalition offenbar plant, Eltern, die Hartz IV empfangen, vom geplanten Betreuungsgeld auszuschließen. Die Leistung soll laut übereinstimmenden Medienberichten mit dem Arbeitslosengeld II verrechnet werden.
Das Netz scheint in puncto Betreuungsgeld geeint
Im Frauen_Blog Mädchenmannschaft schreibt Anna-Sarah Hennig, dasd das Arbeitsministerium Gelder einspare. Die Folge sei, dass die betroffenen Familien mit dem Betreuungsgeld faktisch überhaupt nichts anfangen könnten. Ironisch fügt Hennig hinzu: Bei prekären bildungsfernen Familien sei es auf jeden Fall besser, "wenn man die nicht auch noch durch NOCH MEHR Geld dazu ermutigt, ihre Kinder rund um die Uhr selbst zu betreuen".
"Nannybonus für Besserverdiener"
Der Aufschrei eint diesmal fast alle. Zeit Online titelt: "Abstrus, abstruser, Betreuungsgeld". Alpha-Blogger Sascha Lobo meint: "Die grandiose Superfarce um das Betreuungsgeld lässt einen jede Hoffnung in die Vernunft der Politmaschinerie verlieren."
Und bei Twitter machte gestern der "Nannybonus für Besserverdiener“ die Runde. Aber es gibt im Netz auch Verteidiger des Betreuungsgeldes. Im Blog "The European" verteidigt der CSU-Poltiker Stefan Müller das Lieblingsprojekt seiner Partei: "Wie armselig ist es um eine Opposition bestellt, die mit verdrehten Fakten gegen eine Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern ins Feld zieht?"