Smartphones Samsungs Design-Krise
Webschau mit Martina Schulte
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- Rivalen im Gerichtssaal - Samsung und Apple. (DailyM = Differentieel + JeeeM | flickr.com | CC BY-NC-SA 2.0)
Interne Dokumente könnten den Elektronikkonzern im Prozess gegen Apple teuer zu stehen kommen.
Es gibt Ärger im Hause Samsung: Gegen das koreanische Unternehmen werden derzeit schwere Vorwürfe wegen Kinderarbeit bei einem seiner chinesischen Zulieferer erhoben. Und auch im Patentprozess Apple gegen Samsung, in dem der iPhone-Hersteller von den Südkoreanern 2,5 Milliarden Dollar fordert, läuft es derzeit nicht gut.
Streit um Patente
Apple wirft seinem Mitbewerber vor, Samsung habe iPad und iPhone kopiert und Patente verletzt. Schon am Montag musste Samsung einen schweren Dämpfer hinnehmen. Es wurde eine E-Mail mit Äußerungen von Samsungs Mobil-Chef JK Shin als Beweismittel angenommen. Der Manager erklärt dort unter anderem, das iPhone habe bei Samsung eine "Design-Krise“ offenbart. Der Unterschied in der Nutzererfahrung zwischen Apple und Samsung sei wie der zwischen "Himmel und Erde" und wörtlich: "Ich höre immer wieder, wir sollten so etwas wie ein iPhone bauen." Nun ist im Prozess ein weiterer interner Report aufgetaucht, der Samsung Probleme bereiten könnte.
Das Dokument wurde vom Tech-Blog All Things D auf Scribd veröffentlicht - eine Dokumentenplattform im Netz. Es handelt sich um ein internes Samsung Memo mit dem Titel "Relative Evaluation Report on S1, iPhone" und stammt aus dem Jahr 2010, also aus einer Zeit, als das iPhone den Smartphone-Markt aufgerollt hatte. Das Papier beschreibt auf 132 Seiten, wie sich das Galaxy S von Samsung und das iPhone unterscheiden – bewertet wird dabei vor allem die Benutzeroberfläche, vom Begrüßungsbildschirm über den Taschenrechner bis zum Design und Umfang der mitgelieferten Apps.
Kopie oder allgemeiner Branchentrend
Auf dem US-Blog Techcrunch wird die Auffassung vertreten, das geleakte Dokument zeige, wie Samsung, aufgeschreckt durch den Erfolg des Konkurreten Apple, seine Designer und Ingenieure zur Schnecke gemacht habe. In der Folge hätten sich diese in einen Raum setzten müssen, um herauszufinden, wie ein Bestseller-Telefon auszusehen habe.
Bleibt die Frage, was das Dokument für den Prozess zu bedeuten hat: Eine Argumentation: Samsung sei einfach einem allgemeinen Branchentrend gefolgt und habe kein Patent verletzt. Diese Meinung wird zum Beispiel auf dem Blog Marginal Revolution vertreten. Ähnlich sieht das auch das deutsche Techblog-Caschys blog.
Samsung gut im Geschäft
Welche Bedeutung die Geschworenen dem Dokument beimessen werden, bleibt abzuwarten. Foss patents, ein Spezial-Blog, das sich vor allem mit Patentrechten beschäftigt, schreibt, das gesamte Verfahren sei bisher für Apple gut gelaufen.
Insgesamt scheint es sich für Samsung gelohnt zu haben, auf den Apple-Kurs umzuschwenken. Samsung hat im abgelaufenen Quatal 50,5 Millionen Smartphones ausgeliefert, Apple im selben Zeitraum 26 Millionen Geräte verkauft. Die Koreaner "haben sie binnen eines Quartals alle abgehängt", wie das Blog Basic Thinking schreibt