Montag, 20. Mai 2013

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Social Media Twitter regelt Schnittstelle neu  

Sebastian Sonntag berichtet in der Webschau über die veränderten Zugriffsrechte für den Datenaustausch mit Drittanbietern.

Twitter mit Anschluss.
Twitter mit Anschluss. (flickr.com | DBarefoot | CC BY-NC 2.0)

Die Twitter-Gründer suchen seit langem nach einer Möglichkeit, mit der Plattform Geld zu verdienen. Jetzt wird ein Geschäftsmodell umgesetzt, bei dem die Zugriffe der Drittanbieter eingeschränkt werden.

Twitter ließ sich bislang problemlos auf firmeneigenen Webseiten oder mit Apps auf Mobiltelefonen nutzen. Für Twitter gibt es viele verschiedene Twitter-Clients von Drittanbietern sowohl für PCs als auch für Mobiltelefone. Damit die funktionieren, brauchen die Drittanbieter Zugriff auf die Daten von Twitter. Über eine Schnittstelle oder auch kurz API kann der Drittanbieter auf die Twitter-Daten zugreifen. Diesen Zugriff will Twitter nun neu regeln.

Twitter soll verständlich bleiben

Linkedin wurde bereits der Schnittstellenzugriff verweigert, worüber die Onlineausgabe des Wallstreet Journal berichtete. Diese Änderung der Politik auf die Datenzugriffe hat viele Diskussionen ausgelöst.

Produkt-Chef Michael Sippey begründet im offiziellen Unternehmensblog den Schritt damit, dass sie sicherstellen wollen, dass die Benutzung von Twitter unkompliziert und leicht verständlich bleibt. Naheliegend ist aber, dass Twitter mehr Geld mit Werbung verdienen will. Einmal kassieren sie Geld für Werbetweets von Firmen, die per Twitter Werbung machen. Wenn dann User die Werbetweets anklicken, bekommt Twitter Geld. Die zweite Einnahmequelle ist die Werbung, die direkt auf der Twitter-Startseite geschaltet wird. Und die sieht der User nur, wenn er direkt über Twitter und nicht über Drittanbieter oder Apps auf Tweets zugreift.

Genau das scheint auch der Grund zu sein, warum Twitter den beliebten Twitter-Client Tweetie gekauft hat, wie Michael Weiß auf seinem Blog neunetz.com kommentiert.

Userbindung

Um die User stärker an Twitter zu binden und die Verweildauer zu erhöhen, sollen nun auch Multimediainhalte in die Twitter-Timeline eingebaut werden. Martin Weigert setzte sich auf netzwertig.com ausführlich damit auseinander. Ein anderes Beispiel ist für Pascal Paukner die Filterung von Inhalten bei der Twitter-Suche, was er auf sueddeutsche.de ausführlich erklärt.

Nico Lumma kritisiert auf seinem Blog Lummaland: "Die Monetarisierungsstrategie basiert auf plumper Werbung im Stream[.] [...]Und nun will Twitter die API-Regeln dahingehend verändern, dass Dritt-Anbieter noch strikteren Regeln unterliegen, damit alle Nutzer immer schön auf Twitter.com gehen, um die Werbung zu sehen. Oh Mann, das ist echt so 20. Jahrhundert. Twitter hatte so ein tolles funktionierendes Ökosystem, aber irgendwie verstehen die Verantwortlichen dort nicht, dass die API das Kernstück dieses Ökosystems ist und dass dort auch der Kern für die Monetarisierung liegt."

Wie Nico Lumma glaubt auch Marcel Weiss auf seinem Blog neuwerk.com, dass gerade die Zurverfügungstellung der Schnittstelle für Drittanbieter eine Geldquelle sein könnte.

Orientierung für Mainistreamuser

Martin Weigert dagegen kann den Schritt von Twitter nachvollziehen und schreibt auf netzwertig.com: "Mainstreamuser wollen nicht aus zehn Twitter-Clients den besten finden müssen, sondern einen vorgesetzt bekommen. Sie freuen sich darüber, wenn Tweets interaktiv werden und finden es toll, wenn Content von Prominenten mehr Platz eingeräumt wird als dem von Hans Wurst."

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