Social-Publishing Testwagen für Auto-Blogger
Die Webschau mit Konstantin Zurawski
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- Auto-PR gibt es etzt auch in Blogs. (maych | flickr | CC BY-SA 2.0)
Die Autoindustrie entdeckt Social Media als Vermarktungsinstrument, auch Blogs werden dabei zunehmend als relevant angesehen.
In letzter Zeit sind beim News-Aggregator Rivva auch immer wieder Auto-Blogs verlinkt worden. Inhaltlich unterscheiden sich Auto-Blogs kaum von Special-Interest-Zeitschriften auf Papier: Es geht um Fahrberichte und -eindrücke, sowie um technische Daten. Ähnlich wie bei den klassischen Medien bekommen die Tester Testwagen gestellt: Der neue Audi A3 zum Beispiel wurde auf Mallorca vorgestellt, ebenso die neue A-Klasse von Mercedes in Slowenien. Anreise und Hotel werden dabei von den Autoherstellern bezahlt.
Blogger Relations
Über die Beziehungen zwischen Auto-Herstellern und Bloggern berichtet zum Beispiel Marco Stoehr vom Blog Motor Inside: "Nissan ist um uns Blogger echt bemüht. Während andere Hersteller nicht wissen, wie sie die Horde der unabhängigen Online-Schreiberlinge behandeln soll, hat Nissan beispielsweise mal zur Fahrt in einem von zwei Prototypen geladen. Und so durften einige Blogger mit dem Nissan Juke-R einen Tag lang die Eifel unsicher machen."
In den großen Unternehmen findet also ein Umdenken statt: Die PR-Abteilung verschickt nicht mehr nur Pressemitteilungen und lädt Journalisten zu Events ein, sondern kümmert sich auch um Blogger. Blogger Relations nennt sich das.
Seit gestern ist das Social-Publish-Portal von Mercedes Benz online - eine Art Rivva für Mercedes-Themen. Da werden Pressemitteilungen von Mercedes, aber auch Blog-Einträge, Tweets und Artikel, die anderswo online erschienen sind, gesammelt und verlinkt.
Positive Netzreaktionen
Die Reaktionen darauf sind positiv: Robert Basic schreibt darüber: "So wie ich es sehe, ist dieses Angebot weltweit führend. Kein einziger Konzern in einer vergleichbaren Größenordnung hat etwas Ähnliches geschaffen. Die Einbindung von fremden Blog-Inhalten ist zudem wegweisend, hilft Bloggern natürlich auch, neue Leser zu gewinnen und themenverwandte Blogger zu finden. Da wo sich andere Konzerne immer noch mit Bloggern schwer tun, hebt sich eines der wichtigsten Unternehmen Deutschlands angenehm von der grauen Konzernmasse ab."
Der Blogger Felix Schwenzel hat seine Meinung zur Beziehung zwischen Motor-Journalisten und Auto-Produzenten bereits vor sechs Jahren veröffentlicht:
"journalisten machen soetwas seit jahren, autotest heisst das. sie bekommen von einem hersteller ein oder mehrere fahrzeuge gestellt, werden zu events eingeladen, bekommen anreise und übernachtung bezahlt und werden kräftig mit kalten buffets und eifrigen pr-damen am hintern gepudert um das auto in den redaktionellen teil der zeitung zu bringen. leider vergessen die journalisten oft die rahmenbedingungen solcher deals zu erwähnen."
Genau darin könnte der Unterschied liegen: Autoblogger berichten nicht nur über Autos, sondern auch über die Art und Weise, wie sie an die Testwagen gekommen sind.