Sommerakademie Integrative Medizin
Interview mit Anne-Marie Schnell und Hannah Emily Rosenthal, Organisatorinnen der Sommerakademie
Wittener Medizin-Studenten fordern eine bessere Ausbildung und haben deshalb eine Sommerakademie organisiert, um sich in Eigenregie fortzubilden.
Patienten wollen vom Arzt nicht nur Pillen verschrieben bekommen, sondern auch als Mensch wahrgenommen werden. Und auch den meisten Ärzten und Medizinstudenten ist klar, dass eine rein medizinische Behandlung von Krankheiten und Symptomen oft zu kurz greift. In der Integrativen Medizin bemüht man sich deshalb darum klassische Schulmedizin zu verbinden mit Erfahrungen der Naturheilkunde, traditioneller chinesischer Medizin, der Physiotherapie oder auch der Psychotherapie.
Empathie für den Patienten entwickeln
Das Medizinstudium in Deutschland gilt nicht als Ausbildungsgang für Faulenzer. Ziemlich vollgestopfte Lehrpläne, ständig Testate und Klausuren, am Ende dann ein aufwändiges Examen – leicht haben es die angehenden Ärzte nicht. Trotzdem gibt es Medizin-Studentinnen und Studenten der Uni Witten/Herdecke, die sagen: Uns fehlt da noch etwas Lehrplan, wir wollen mehr lernen! Und zwar, wie ich als Arzt Empathie für meine Patienten entwickle, wie ich einen guten Dialog mit ihnen führen kann und wie ich mein eigenes ärztliches Handeln reflektieren kann, um mich selber weiterzuentwickeln. Alles das – zusammengefasst unter dem Schlagwort integrative Medizin – kommt im Studium, bisher jedenfalls, nicht vor.
Sommerakademie bietet abwechslungsreiches Programm
Weil solche Inhalte aber während des Studiums kaum vermittelt werden, organisieren Medizinstudenten bereits zum dritten Mal eine Sommerakademie am Campus der Universität Witten/ Herdecke. Workshops, Podiumsdiskussionen, Plenumsvorträgen, ein Kunstprogramm, Exkursionen und Forschungskolloquien – dass Angebot während des achttägigen Programms ist vielfältig.