Sonntag, 19. Mai 2013

DRadio Wissen Lärm /

Soul City Gospel - die Wurzel der Black Music

Präsentiert von Jan Tengeler

Afroamerikaner im typischen Style der 60er Jahre.
Afroamerikaner im typischen Style der 60er Jahre. (flickr.com | Soul Portrait CC BY-NC-SA 2.0)

Gospel ist eine der wichtigen Wurzeln für all das, war wir heute als Black Music bezeichnen: Funk, Soul, Hip-Hop und Jazz. Aber Gospel ist auch ein weltweites Geschäft. Millionen Tonträger verkaufen sich vor allem in den USA.

Selbst in Deutschland erfreut sich diese uramerikanische Musik großer Beliebtheit. In Dortmund ging am 3. Juni der Gospelkirchentag zu Ende, bei dem sich Tausende aktiver Sänger trafen.

'Reiten' einer Gottheit

Im Kern des Gospel steht aber immer noch der Glaube. Die ersten Schwarzen, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Sklaven aus Westafrika in die Karibik und nach Nordamerika kamen, waren musikalisch vom Polyrhythmus geprägt - viele Trommeln und ein dichtes Rhythmusgeflecht. Bei religiösen Zeremonien wurde auf diese Weise ein Trancezustand erzeugt, um Kontakt mit der Götterwelt aufzunehmen. Als Vodoo ist dieser Kult bis heute in Ländern wie dem westafrikanischen Benin bekannt. Das Wort bezeichnet das 'Reiten' einer Gottheit auf den Kultteilnehmern, sie ergreift Besitz von diesen Menschen.

Protestantismus vs. Rhythmus

Als schwarze Sklaven den Rhythmus nach Nordamerika brachten, herrschte dort der Protestantismus vor. Rhythmische und tänzerische Elemente wurden im Gottesdienst verboten und verdrängt - die sterilen Gottesdienste der Weißen kamen den Sklavenhaltern zupass, die den aufrührerischen Charakter der Trommeln fürchteten. Der afrikanische, rhythmische Anteil der Gottesdienste blieb trotzdem erhalten: durch Händeklatschen und Stampfen mit den Füßen wurden die Trommeln ersetzt.

The big hope

Die vielen afrikanischen Götter wichen dem einen Christengott und dessen Sohn. Warum die schwarzen Sklaven die Ideen ihrer weißen Peiniger nicht nur übernahmen, sondern sogar mit großer Inbrunst zelebrierten, erklärt Adrienne Morgan-Hammond, die bekannteste in Deutschland lebende Gospelsängerin: "Die Sklaven haben sich mit Jesus identifiziert, weil er sehr viel gelitten hat, aber mit der Auferstehungen hat er das überstanden, das heißt, es gibt Hoffnung."

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