Mittwoch, 19. Juni 2013

Kultur /

Sound History Der Klang der Vergangenheit  

Armin Himmelrath über Historiker, die alten Klängen nachspüren

Wie frühere Epochen klangen, kann man teilweise mit alter Militärmusik nachempfinden.
Wie frühere Epochen klangen, kann man teilweise mit alter Militärmusik nachempfinden. (flickr.com | Beverly & Pack CC BY-NC 2.0)

Aus früheren Epochen ist Musik überliefert, die wir heute noch spielen und hören. Aber wie hörte sich der Alltag auf den Straßen, bei Versammlungen oder in der Schule an?

Historiker befassen sich nun mit den Geräuschen vergangener Epochen. Keine leichte Aufgabe: Aufgezeichnete Klänge gibt es erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Natürlich war die Welt auch vorher nicht stumm, aber wie lassen sich Rückschlüsse auf die Klänge vergangener Epochen ziehen? Historiker können das nur indirekt, indem sie Texte oder Berichte auswerten. Zum Beispiel kann man aus der Beschreibung, wie eine Stadt erobert wird, auf Schlachtenlärm, Siegesfanfaren oder Marschmusik schließen.

Kritischer Umgang mit Quellen

Aber auch bei Tondokumenten gilt Vorsicht. Niemals sind alle Nebengeräusche aufgezeichnet und die Hörer vergangener Epochen assoziierten vielleicht ganz andere Dinge mit den Geräuschen als wir heute. Eine Geschichte des Klangs muss daher quellenkritisch verfahren.



Mehr bei DRadio Wissen:

Geschichte: Was der Klang verrät
Der Historiker Jan-Friedrich Missfelder erforscht, was Klänge erzählen
(Kultur vom 27.04.2012)

Sonic Journalism: Der urbane Tönesammler
Cornelius Wüllenkemper über Peter Cusack
(Spielraum vom 16.04.2012)

Weitere Informationen:

Der 49. Deutsche Historikertag 2012

Sound Studies – Sound Histories
(hu-berlin.de)

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