Mittwoch, 19. Juni 2013

Medien /

Soziale Netzwerke Safebook will Alternative zu Facebook werden  

Ein Gespräch mit dem Darmstädter Juniorprofessor Thorsten Strufe über seine Idee eines sicheren sozialen Netzwerks.

Juniorprofessor Thorsten Strufe im Gespräch mit Studenten.
Juniorprofessor Thorsten Strufe im Gespräch mit Studenten. (Katrin Binner / TU Darmstadt)

Rund 900 Millionen Menschen weltweit haben ein Facebook-Profil. Doch das soziale Netzwerk ist regelmäßig in der Kritik: wegen seiner Datenschutzrichtlinien. Der Darmstädter Juniorprofessor Thorsten Strufe hatte deshalb vor ungefähr vier Jahren eine Idee: Mit der Plattform "Safebook" wollte er eine Alternative etablieren.

Wer im Internet über soziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt treten will, hat ein Problem: Seine persönlichen Daten werden von Betreibern wie Facebook oder StudiVZ auf zentralen Servern gespeichert. Dadurch haben die Betreiber der Seiten uneingeschränkten Zugriff auf die Daten – sogar auf Nachrichten, die zwischen einzelnen Nutzern verschickt werden. Diese werden dann beispielsweise für gezielte Werbung genutzt.

"Safebook" als sichere Alternative

Thorsten Strufe hatte deshalb vor ungefähr vier Jahren eine Idee: Er wollte ein Programm namens "Safebook" entwickeln, als sichere Alternative zu den marktführenden Netzwerken. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass die Daten der Nutzer nicht auf einem zentralen Server gespeichert werden, sondern auf den Rechnern der einzelnen Nutzer, und zwar verschlüsselt. Zugriff auf die Daten haben so nur die Nutzer selbst.

Probleme im Detail

Doch leider hapert es noch mit "Safebook". Denn die Software ist bisher weder besonders benutzerfreundlich noch leistungsfähig. Deswegen arbeiten Strufe und seine Kollegen weiter.



Mehr bei DRadio Wissen:

Kampf dem Monopol
Neue soziale Netzwerke versprechen fairen Umgang mit Nutzerdaten.
(Agenda vom 08.06.2010)

 

Weitere Informationen:

"Safebook": Darmstädter Professor plant sicheres soziales Netzwerk
(Echo online vom 20.03.2010)

Das Private soll wieder privat werden
(faz.net vom 02.03.2010)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

  • Seite 1 / 1

Kommentare 2 - 1 von 2

  • 2. @radiojunkie: Der kleine Unterschied zu Diaspora:

    Das stimmt so nicht. Es gibt schon einen nicht unwesentlichen konzeptionellen Unterschied zwischen Diaspora* und Safebook: Safebook, Diaspora*, buddycloud und Identi.ca/Status.NET — all das sind dezentrale soziale Netzwerke. Diaspora* und buddycloud aber sind föderierte Systeme (federated social network), genauso wie übrigens Jabber/XMPP oder die gute alte E-Mail. Bei solchen Diensten hat man schon »seinen« Server, mit dem man sich verbindet und mit / auf dem man seine Interaktion ausführt (im Falle von Diaspora* also Dinge posten, Stati von Leuten lesen, kommentieren, liken…). Im Gegensatz zu einem rein zentralistischen Modell wie bei Facebook gibt es in einem föderierten System aber nicht einen zentralen Server (oder eher eine Serverfarm…), sondern ganz viele unterschiedliche Server, die zwar von verschiedenen Organisationen betrieben werden, aber dank wohldefinierter Protokolle (offener Standards) zueinander kompatibel sind mit miteinander in Verbindung treten. Beispiel E-Mail: Wenn ich bei GMX mein E-Mail-Konto habe, kann ich Leuten, die auch bei GMX sind, eine E-Mail schicken, aber auch Leuten, die bei Google-Mail sind. Wenn ich das richtig gesehen habe (Ich habe mir das jetz nicht intensiv angesehen und die Paper durchgelesen), scheint Safebook hingegen wohl ein reines P2P-Netzwerk zu sein, bei dem es tatsächlich nur die Rechner der Nutzer als Peers gibt, von denen die Daten kommen und auf denen sie gespeichert sind — vielleicht ein wenig mit Freenet (https://de.wikipedia.org/wiki/Freenet) vergleichbar, aber wie gesagt: So genau habe ich mir das Design / Konzept von Safebook jetzt nicht angesehen.

    micu 11.05.2012 02:29 Uhr

  • 1. Ehrenhaftes Ansinnen, aber...

    ...gibt's dafür nicht schon Diaspora*?

    radiojunkie 09.05.2012 11:13 Uhr

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

  • Seite 1 / 1

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Medien

Grafische Darstellung einer grünen Vulkaninsel

Social GamesStumpf ist Trumpf

Das Browsergame Farmville ist abgeerntet. Jetzt locken Mobile Games mit noch stupideren Modi.

Mehr …

Mit einer Taschenlampe hat jemand das Wort Drache in die Luft geschrieben, eine Langzeitbelichtung macht es sichtbar

AirwritingSchreiben ohne Tastatur

Ganz ohne Pommes und Zwiebeln: Gyroskope machen Airwriting möglich.

Mehr …

Ein Schild "Private Property - No Public Access" hängt an einem verwitterten Zaun.

Datenschutz Zugriff verboten!

Dropbox, Twitter, Gmail: Manchmal wissen wir gar nicht, was wir mit wem teilen.

Mehr …

Ein Graffiti von einem Auge, in dessen Pupille eine Überwachungskamera abgebildet ist.

Überwachung1984 ist zurück

Dank Prism-Leaks erobert George Orwells "1984" die Bestseller-Liste.

Mehr …

Bryan Cranston als Walter White in einer Szene der Serie "Breaking Bad"

FernsehenMach‘ die Glotze an!

In den USA beginnt der Sommer mit neuen Qualitätsserien.

Mehr …

Edward Snowden

PresseGlobaler Journalismus

Große investigative Geschichten werden nicht mehr in einem Artikel veröffentlicht.

Mehr …