Mittwoch, 19. Juni 2013

Hörsaal /

Soziologie Meritocracy and the Erosion of Self-Respect  

Vortrag von Tsjalling Swierstra und Evelien H. Tonkens

Menschen stehen vor einem abendlichen Himmel und strecken aus Freude die Arme in die Luft.
The winner takes it all, so soll die Meritokratie funktionieren. (NRK P3 | Flickr | cc-by-nc-sa)

Ein sozialphilosophischer Vortrag von Tsjalling Swierstra und Evelien H. Tonkens.

"Alles, was ich bin und was ich habe, verdanke ich meinem Talent und meiner Leistung. Ich schulde niemandem Dank, denn ich habe mir alles selbst erarbeitet." Das ist eine gängige Selbsteinschätzung in vielen Kulturen.Das Konzept dahinter nennen Soziologen Meritokratie.

Jedes gesellschaftliche Mitglied nimmt darin den Rang ein, der ihm aufgrund seiner Leistung gebührt. Weder ethnische Herkunft noch Geschlecht, Alter, soziale Herkunft oder Klasse spielen bei der Bewertung des Einzelnen eine Rolle; allen stehen die Wege zu Bildung und Aufstieg gleichermaßen offen. Allein die Leistung des Individuums zählt.

Gewinner und Verlierer

Weil diese Gesellschaftsform bei uns nicht Realität ist, sondern vielmehr eine Dystopie die Soziologen umtreibt, hören wir an dieser Stelle einen Vortrag über den Leistungsgedanken der Meritokratie. Die niederländischen Wissenschaftler Evelien H. Tonkens und Tsjalling Swierstra fragen nach der Rolle des Selbstrespekts in einer vollkommenen Leistungs-Gesellschaft: Bleibt die Selbstachtung der Verlierer in einer durch und durch meritokratischen Gesellschaft auf der Strecke?

Niederländische Professoren

Professorin Evelien H. Tonkens lehrt Soziologie und Anthropologie an der Universität Amsterdam. Professor Tsjalling Swierstra unterrichtet Ethik und Sozialphilosophie an der Universität Twente. Ihren gemeinsamen Vortrag hielten die beiden in englischer Sprache am 8. Februar dieses Jahres im Einstein Forum in Potsdam.

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