Samstag, 18. Mai 2013

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Spezialkräfte Lizenz zum Töten  

Jenseits von James Bond – wer in Demokratien die Drecksarbeit macht

Nicht identifizierte Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr bei einer Übung in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw
Ihre Einsätze sind nicht zu vergleichen mit den Aufgaben eines James Bond: die Soldaten des Kommando Spezialkräfte. (AP)

Der Job deutscher Spezialkräfte hat nichts mit der glamourösen Jagd eines 007 nach dem Bösen in der Welt zu tun. Die Aufgabe der Soldaten des Kommandos Spezialkräfte - kurz KSK - ist hart: Touristen aus Krisengebieten retten, Geiseln befreien oder Terroristen und Kriegsverbrecher aufspüren.

Über die Einsätze der Eliteeinheit der Bundeswehr erfährt die Öffentlichkeit kaum etwas. Auch über das Aufnahmeverfahren der KSK wurde bislang meist geschwiegen. Nur so viel aus dem Mund eines KSK-Soldaten: "Es ist das Härteste, was man jemandem in einer Demokratie zumuten kann."

Beim Auswahlverfahren für das KSK scheitern 70 Prozent. DRadio Wissen-Reporterin Yoko Rückerl warf als erste Radiojournalistin einen Blick hinter die Kulissen dieser Aufnahmeprüfung. Innerhalb von drei Monaten ist sie viermal nach Calw gereist und hat KSK-Bewerber bei dem Auswahlverfahren begleitet. 


Das Härteste ist die "Höllenwoche" 
Eine Reportage von Yoko Rückerl über einen Feldwebel, der zum KSK-Soldaten ausgebildet wird

Im Aufnahmeverfahren müssen die Bewerber für das Kommando Spezialkräfte 1200 Kilometer marschieren. Yoko Rückerl unterhält sich mit einem der Bewerber.Im Aufnahmeverfahren müssen die Bewerber für das Kommando Spezialkräfte 1200 Kilometer marschieren. (Yoko Rückerl)Gemeinsam mit 100 weiteren Bewerbern tritt der 25-jährige Sven zur "Höllenwoche" an. Im Laufe des gesamten Auswahlverfahrens, das sich über mehrere Wochen erstreckt, geht er 1200 Kilometer mit schwerer Ausrüstung zu Fuß. Am schlimmsten aber ist eine gespielte Geiselnahme, bei der er 24 Stunden von seinen Entführern festgehalten wird. Am Schluss bleibt Sven mit 15 anderen übrig. Sie werden zu KSK-Soldaten ausgebildet.

 


"Wir wollen nicht den Rambo-Typen" 
Yoko Rückerl hat die Ausbildung bei der KSK beobachtet

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte auf dem Turppenübungsplatz Hammelburg.Im Kampfanzug mit Waffen wirkt der Aufmarsch der KSK-Soldaten brachial. (picture-alliance/ dpa | Uli Deck)Die KSK gibt es seit dem Bürgerkrieg in Ruanda, in dessen Verlauf deutsche Staatsbürger von einem belgischen Spezialkommando befreit werden mussten. Nach dem "Out of Area"-Urteil des Verfassungsgerichts im Juli 1994 wurde zwei Jahre später ein eigenes Kommando aufgestellt. Die KSK-Ausbildung ist die härteste, die es bei der Bundeswehr gibt. Der Anreiz besteht für die jungen Männer vor allem darin, einer Eliteeinheit anzugehören.

 


Fast wie James Bond
DRadio-Wissen-Agent Alexander Oehme sucht den Thrill beim BND

Dradio Wissen-Reporter Alexander Oehme mit Geheimwaffe und Tarnkappe.Geheimagent 0815 Alex Oehme bei seinem ersten Einsatz. (Alexander Oehme)James Bond hat keine Zeit - wieder eine Filmpremiere. Aber es gibt ja noch den Militärischen Abschirmdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz und den Bundesnachrichtendienst, BND. Alexander Oehme versucht herauszufinden, wie glamourös der Job der echten Agenten wirklich ist. Gar nicht so einfach, denn es ist ja alles streng geheim.

 


Töten aus sicherer Distanz  
Niklas Schörnig, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, über die Konsequenzen des Drohnen-Einsatzes

Das erste Modell des Euro Hawk ist in Manching gelandet.Das erste Modell der Drohne Euro Hawk beim Probeflug. (Northrop Grumman)Bei den US-Streitkräften übernehmen besonders heikle Einsätze zunehmend unbemannte Flugzeuge - Drohnen. Nach Informationen der Washington Post sollen in den vergangenen zehn Jahren bei Drohnenangriffen der USA rund 3000 Menschen ums Leben gekommen sein. Niklas Schörnig untersucht die Auswirkungen dieser Kampfeinsätze.

 


Kommando Privatkräfte
Thomas Speckmann, Politikwissenschaftler an der Universität Bonn, über das große Geschäft mit der Sicherheit

Soldaten des Kommando Spezialkräfte bei einer Übung mit Hubschraubereinsatz auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg.Die KSK-Truppen unterliegen zumindest noch der staatlichen Kontrolle. (picture-alliance/ dpa | Uli Deck)Militärische Aufgaben werden zunehmen privatisiert. Es ist ein Riesengeschäft weltweit: 300 Milliarden Dollar Jahresumsatz, 1,5 Millionen Beschäftigte. Finanziert wird das ganze mit Steuern. Und wenn es Tote gibt, unterbleiben lästige Fragen nach gefallenen Soldaten. Private Kräfte schützen Containerschiffe, Botschaften oder Kasernen. Und nicht nur der Staat zählt zu den Kunden, sondern auch internationale Konzerne oder Nichtregierungsorganisationen.



Mehr bei DRadio Wissen:

Spezialkräfte: Keine Zeit für Martinis
Yoko Rückerl besuchte das Auswahlverfahren für das Kommando Spezialkräfte in Calw
(Redaktionskonferenz am 30.10.2012)

SEK: GSG9 und KSK in Deutschland
Gespräch mit dem Journalisten und Militärexperten Rolf Clement
(Agenda vom 06.05.2011)

Terrorismus: Spezialkräfte töten Osama bin Laden
Berichte und Gespräche über den Fahndungserfolg und die Tötung Osama bin Ladens
(Agenda vom 03.05.2011)

Weitere Informationen:

Bundeswehr Die Bundeswehr ist längst in Mali
(zeit.de vom 29.10.2012)

Afghanistan: Schattenkämpfer in Afghanistan
(dw.de vom 24.10.2012)

Söldner in Afghanistan: Schmarotzer des Krieges
(zeit.de vom 06.06.2010)

Deutsche Söldner: Gewalt für Geld
(zeit.de vom 28.08.2012)

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