Freitag, 24. Mai 2013

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Spotify Telekom nagt an der Netzneutralität  

Konstantin Zurawski spricht in der Webschau über die Telekom-Spotify-Kooperation und das vermeintliche Ende der Netzneutralität

Eine Frau benutzt den Streamingdienst Spotify mit ihrem iPad.
Der Deal zwischen Telekom und Spotify könnte die Netzneutralität auflösen. (Blixt A. | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Die Telekom will den Datentransfer von Spotify bevorzugen. Kritiker befürchten das Ende der Netzneutralität.

Es geht um das Streamen von Musik auf Smartphones. In der Regel ist das mobile Internet begrenzt: Wer mit seinem Smartphone ins Internet geht, hat zum Beispiel zwei Gigabyte schnelles mobiles Internet, danach wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Das bedeutet für Spotify: Nach zwei Gigabyte Musik ist Schluss.

Demnächst kann bei der Telekom ein spezieller Spotify-Dienst gebucht werden. Für ein paar Euro extra im Monat, kann der Nutzer unterwegs mit dem Smartphone so viel Musik bei Spotify hören, wie er möchte. Spotify wird in das Datenvolumen, das dem Kunden zusteht, nicht einberechnet.

Schwierige Situation für kleine Anbieter

Das Problem sei, dadurch werde die Netzneutralität ausgehölt, schreiben einige Kritiker. Der Blogger Invia schreibt: "Nur durch ein freies Netz, in dem keine Unterscheidung nach dem Geldbeutel des Inhalteanbieters gemacht wird, kann sich Kreativität entfalten.“ Ole Reißmann stellt auf Spiegel Online  fest: "Kleinere Angebote mit weniger finanziellem Verhandlungsspielraum haben das Nachsehen.“

Unterschiedliche Abrechnungen für verschiedene Datenarten

Wenn Spotify unbegrenzt übertragen werden kann, ist das eigentlich noch kein Nachteil für die Konkurrenten. Bei denen wäre sowieso nach zwei Gigabyte Schluss, unabhängig vom Spotify-Deal mit der Telekom. Aber darum ginge es gar nicht, schreibt der Blogger Jens Best. Schlimm sei, dass die Telekom überhaupt die Datenübertragung nach Dienst auftrennt: "Es geht der Telekom darum, den durchschnittlichen Konsumenten daran zu gewöhnen, dass es für unterschiedliche Datenarten unterschiedliche Abrechnungen gibt.“

Ganz ähnlich sieht das auch Thilo auf dem Sipgate-Blog: "Ein solcher Zugang zementiert eine Marktstruktur, an der weder Verbraucher noch innovative Unternehmen ein Interesse haben können." Sipgate ist ein Unternehmen, das Internettelefonie anbietet.

Forderung: Netzneutralität gesetzlich regeln

Die Befürchtung der Netzneutralität-Verfechter ist, dass für verschiedene Webangebote wie Youtube, Nachrichtenportale oder Google unterschiedliche Gebühren bezahlt werden müssen. Dazu haben sie eine interessante Grafik gestaltet. Im Zuge der Debatte kommt eine alte Forderung wieder auf: Netzneutralität soll per Gesetz geregelt werden.

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