Freitag, 24. Mai 2013

Kultur /

Sprache Ohne Schimpfwörter geht's nicht  

Gespräch mit der bildenden Künstlerin Ingke Günther

Auf eine graue Fassade hat jemand das Wort Fuck gesprüht.
Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. (Bill Keaggy|flickr|CC BY-NC-SA 2.0)

Sofern Schimpfwörter nicht vollkommen absurd, ehrverletzend oder abstoßend sind, schaffen sie es sogar in den Duden. Schimpfwörter müssen lediglich in unterschiedlichen Quellen häufig genug auftreten, um den Sprung in die "offizielle" deutsche Sprache zu schaffen.

Eine Welt ohne Schimpfwörter oder deftige Sprachbilder und Beleidigungen wäre für die einen das Paradies, für die anderen aber eher langweilig. Egal wie man zu dieser Form der zwischenmenschlichen Kommunikation auch stehen mag: Schimpfwörter sind Teil der Sprache und Teil der Alltagskultur.

Schimpfwort-Kategorien

1504 Schimpfworte (Stand 08/11), Stickschrift auf Bütten, ca. 21 x 15 cm, Sammlung seit 20041504 Schimpfworte (Stand 08/11), Stickschrift auf Bütten, ca. 21 x 15 cm, Sammlung seit 2004 (Ingke Günther)Die bildende Künsterlin Ingke Günther sammelt seit sieben Jahre Schimpfwörter und hat bis heute 1504 in ihre Sammlung aufgenommen. Auf kleinen Kärtchen mit darauf gestickten Schimpfwörtern zeigt sie in Ausstellungen ihre Sammlung. Diese teilt sie in vier Kategorien ein: Berufsgruppen ("Beamtenarsch"), Omas Zeiten ("Poussierstängel"), Jugendsprache mit Tierverwandschaften ("Planschkuh") und vulgäre Schimpfworte.

Dieser Beitrag ist die Wiederholung einer Sendung vom 17. August 2011.



Mehr bei DRadio Wissen:

Umgangsformen: Die Kunst der Beleidigung
Stinkefinger, Kraftausdrücke, Herabwürdigungen - die Register der Beleidigungen sind vielseitig
(Spielraum vom 15.07.2011)

Frankreich: Schimpfen bei Strafe verboten
Die französische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der "seelische Gewalt" zwischen Ehe- oder Lebenspartnern künftig unter Strafe stellt.
(Agenda vom 25.02.2010)

Mehr zum Thema:

Schimpfwortsammlung
Wenn Ingke Günther zu Nadel und Garn greift, hat sie keine zarten Blümchen im Sinn.
(hr-online vom 04.08.2011)

Schimpfwörter als Kunst: Von Aalfresse bis Zwiebelhirsch (focus.de)

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Kommentare 2 - 1 von 2

  • 2. @Wildcat03

    Eine Sammlung aller Worte finden Sie auf der Website der Künstlerin als PDF: http://www.extraktnetz.net/home/projekt-2.html.

    Onlineredaktion 22.11.2011 12:56 Uhr

  • 1. Sehr schön!

    Danke verehrte Redaktion für diesen Beitrag! Ich schimpfe fast täglich, weil mich was ärgert.... dient eben auch der Abreaktion. Gibt es kein Buch mit Bildern /Listen der gesammelten Schimpfworte der Künstlerin? Die Idee, das aufzusticken, obwohl ja Sticken an sich was biederes ist - ein sehr guter Kontrast. Ich habe Handarbeiten machen müssen in der Schule , habe es gehaßt und darüber- geflucht.

    Wildcat03 17.08.2011 20:17 Uhr

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