Sprachen im Abseits I Die letzten ihrer Art
Birgit Alber stellt die Minderheitensprachen Zimbrisch und Felsentalerisch vor
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- Zimbrisch ist eine Minderheitensprache, verwandt mit dem Deutschen, die heute nur noch von wenigen gesprochen wird. (Chrissie Salz)
Laut Unesco ist mehr als die Hälfte der weltweit über 6000 gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht. 200 Sprachen sind während der letzten drei Generationen bereits verschwunden. Mit jeder ausgestorbenen Sprache geht nicht allein ein Wortschatz, eine Grammatik, ein Kommunikationssystem verloren. Sprache ist ein Kulturgut, ist Heimat und Identität, spiegelt Geschichte und Weltanschauung.
Auch in Europa gibt es zahlreiche gefährdete Sprachen. Die Europäische Union zählt über 60 Regional- und Minderheitensprachgemeinschaften auf ihrem Gebiet. Um sie zu schützen, hat der Europarat die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ins Leben gerufen, die seit 1998 in Kraft ist, allerdings bis heute erst von 25 Staaten unterzeichnet wurde.
Vom Aussterben bedroht
Italien hat diese Charta zwar unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert. Im Norden des Landes, in Südtirol, sind das Zimbrisch und Fersentalerisch zu Hause, zwei dem Deutschen verwandte Sprachen. Beide sind als Minderheitensprachen anerkannt. Zimbrisch und Fersentalerisch werden Schätzungen zu Folge jeweils von etwa 1000 bis 2000 Menschen gesprochen. Genaue Zahlen lassen sich schwer ermitteln, aber die Tendenz ist klar: abnehmend.
Sprachliche und kulturelle Vielfalt
Das Institut für Romanistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat im Sommersemester 2012 eine Ringvorlesung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas unter dem Titel "Sprachen im Abseits" gewidmet. Über das Zimbrisch und Fersentalerisch sprach Birgit Alber. Sie ist Junior-Professorin für Deutsch an der Fakultät für Sprachen und Literatur der Universität Verona. Aufgezeichnet wurde ihr Vortrag "Die deutschen Sprachinseln der Zimbern und Fersentaler in Norditalien" am 27. Juni 2012.
Dieser Hörsaal wurde ursprünglich am 11.09.2012 gesendet.