Statistik Deutsche Bahn und Pünktlichkeit
Ein Gespräch mit Statistikerin Katharina Schüller
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- Eine Frau wartet am Bahnsteig auf den einfahrenden Zug. (Premshree Pillai | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Seit ein paar Monaten veröffentlicht die Deutsche Bahn Zahlen zur Pünktlichkeit ihrer Züge. Die Zahlen sind ein wenig schöner als die Wirklichkeit.
Viele Jahre hielt die Deutsche Bahn ihre Statistiken geheim. Wie pünktlich die Züge ihre Zielorte erreichten oder wie lange die Passagiere auf ihren Zug warten mussten, behielt das Unternehmen für sich. Im September 2011 entschied es sich dann doch gegen den Geheimhaltungs-Kurs und legte seine Zahlen offen.
5:59 Minuten Verspätung sind ok
Für Bahnchef Rüdiger Grube ist die Pünktlichkeit die wichtigste Messgröße für die Bahn. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er mit weniger als sechs Minuten Verspätung in den Bahnhof fährt – und das war nach Bahn-Angaben bei 93 Prozent aller Züge der Fall.
Tatsächliche Verspätungsrate liegt höher
DRadio Wissen-Statistikerin Katharina Schüller warnt grundsätzlich vor Statistiken, die ein Unternehmen über sich selbst veröffentlicht. So sei die tatsächliche Pünktlichkeit bei Regionalzügen geringer – da in der Bahn-Statistik auf die sehr pünktlichen S-Bahnen mit eingerechnet werden. Nach einer Statistik der Stiftung Warentest schneidet die Deutsche Bahn demnach auch schlechter ab: Jeder dritte Zug ist verspätet.