Samstag, 18. Mai 2013

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Statistik Deutsche Bahn und Pünktlichkeit  

Ein Gespräch mit Statistikerin Katharina Schüller

Eine Frau wartet am Bahnsteig auf den einfahrenden Zug.
Eine Frau wartet am Bahnsteig auf den einfahrenden Zug. (Premshree Pillai | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Seit ein paar Monaten veröffentlicht die Deutsche Bahn Zahlen zur Pünktlichkeit ihrer Züge. Die Zahlen sind ein wenig schöner als die Wirklichkeit.

Viele Jahre hielt die Deutsche Bahn ihre Statistiken geheim. Wie pünktlich die Züge ihre Zielorte erreichten oder wie lange die Passagiere auf ihren Zug warten mussten, behielt das Unternehmen für sich. Im September 2011 entschied es sich dann doch gegen den Geheimhaltungs-Kurs und legte seine Zahlen offen.

5:59 Minuten Verspätung sind ok

Für Bahnchef Rüdiger Grube ist die Pünktlichkeit die wichtigste Messgröße für die Bahn. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er mit weniger als sechs Minuten Verspätung in den Bahnhof fährt – und das war nach Bahn-Angaben bei 93 Prozent aller Züge der Fall.

Tatsächliche Verspätungsrate liegt höher

DRadio Wissen-Statistikerin Katharina Schüller warnt grundsätzlich vor Statistiken, die ein Unternehmen über sich selbst veröffentlicht. So sei die tatsächliche Pünktlichkeit bei Regionalzügen geringer – da in der Bahn-Statistik auf die sehr pünktlichen S-Bahnen mit eingerechnet werden. Nach einer Statistik der Stiftung Warentest schneidet die Deutsche Bahn demnach auch schlechter ab: Jeder dritte Zug ist verspätet.



Mehr bei DRadio Wissen:

Übelkeit wegen falscher Neigetechnik
Neigezüge werden eingesetzt, damit die Passagiere durch hohe Geschwindigkeit in den Kurven nicht beeinträchtigt werden.
(Natur vom 19.08.2011)

Deutsche Bahn im Einkaufswahn
Es ist die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte der Bahn, die der Aufsichtsrat der DB AG (am 21.04.2011) bewilligt hat.
(Agenda vom 27.04.2011)

Bitte nicht umsteigen auf Bus und Bahn!
Vor allem in Großstädten übersteigen die Zuwachsraten das Fassungsvermögen des Nahverkehrs.
(Meine Zukunft vom 19.04.2011)

 

Weitere Informationen:

Züge fahren nach unzuverlässiger als zuvor
Die Bahn legt ihre Pünktlichkeit offen. Mit Verbesserungen tut sie sich schwer - trotz des milden Wetters im Vergleich zu den Vorjahren.
(tagesspiegel.de vom 17.09.2011)

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