Mittwoch, 22. Mai 2013

Meine Zukunft /

Stil Über die Liebe schreiben  

Die Germanistin Eva Lia Wyss über Liebesbriefe

"Ich liebe dich" schreibt eine verliebte Person, daneben liegt eine Rose.
Wer greift noch zu Stift und Papier, um seine Gefühle auszudrücken? (picture-alliance / ZB | Patrick Pleul)

Wer schickt der Liebsten oder dem Liebsten noch handgeschriebene Liebeserklärungen? Per Mails werden Küsse versendet oder auf Skype geknutscht.

Vor dem digitalen Zeitalter gehörten stilvolle Liebesbriefe zu einer erfüllten Liebe wie das Salz in die Suppe. Eva Lia Wyss hat rund 7500 Liebesbriefe aus verschiedenen Jahrhunderten ausgewertet, der älteste stammt aus 1848.

Schreibstile 

An den Briefen kann die Sprachwissenschaftlerin von der Universität Koblenz ablesen, wie sich der Schreibstil verändert hat. Viele der frühen Briefe waren sehr förmlich geschrieben. Erst nach dem 2. Weltkrieg gewöhnten sich die Verliebten einen lockereren Schreibstil an. Im 20. Jahrhundert tauchten auch die ersten sexuellen Anspielungen auf.

Gefühle beschreiben statt ausprechen

Trotz Skype werden wir aber weiterhin Liebesbriefe schreiben, ist sich Eva Lia Wyss sicher. Nur eben nicht auf Papier, sondern als Mail. Denn beim Schreiben drückt der Mensch Gedanken aus, die ihm verbal nicht über die Lippen kämen. Und was textlich noch nicht ausgefeilt war, lässt sich im Stillen weiter überarbeiten und verfeinern, bevor die Botschaft ihren Weg nimmt.

Die Wissenschaft und die Liebe

Am 19. Januar spricht die Sprachwissenschaftlerin in Berlin über ihre Forschungsergebnisse. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften veranstaltet eine Konferenz zum Thema "Die Wissenschaft und die Liebe".



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