Stolz Zwischen Arroganz und Selbstachtung
"Stolz auf die Anderen. Epische Gefühle im Sport" - Vorlesung von Gunter Gebauer.
Wie fühlt es sich derzeit an, Fan einer schwarzgelben Fußball-Bundesligamannschaft zu sein, Fan von Borussia Dortmund, einem Verein, der schon seit Monaten mit deutlichem Vorsprung alle anderen Mannschaften hinter sich lässt, selbst den legendären FC Bayern München? Empfinden die Fans darüber Stolz?
Oder die Anhänger von Borussia Mönchengladbach, dem Tabellenletzten der Ersten Liga? Empfinden diese Fans jetzt Scham? Oder hat sich gestern die Scham wieder in Stolz verwandelt, weil die gestürzten Helden mit dem Sieg gegen Schalke 04 jetzt doch wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt haben können?
Am Sport das Verhalten der Gesellschaft ablesen
Philosoph und Linguist Gunter Gebauer (AP)
Genau darum geht es heute im Hörsaal. Gunter Gebauer ist Professor für Philosophie und Sportsoziologie an der Freien Universität Berlin, hat zuvor Philosophie, Literaturwissenschaft, Linguistik und Sportwissenschaft studiert und wurde 1969 promoviert. Habilitation 1975. Er muss wissen, warum wir nicht nur auf unsere Fußballhelden, aber auch auf die, so stolz sind oder warum wir in tiefe Schamesröte verfallen, wenn es mal nicht so gut läuft.
Die Prozesse, die bei den Spielern und Athleten selbst, aber auch bei uns ablaufen, wenn wir zu einer begeisterten Fangemeinde gehören, beobachtet er schon seit Langem und nahezu täglich. Seit 1978 ist er an der FU in Berlin und zudem Leiter des Forschungsprojektes "Die Aufführung der Gesellschaft in Spielen". Er hatte Gastprofessuren in Hiroshima, Rennes, Straßburg und Paris inne. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Historische Anthropologie, Sprachtheorie und Sozialphilosophie.
Seinen Vortrag über den Stolz hat Gebauer am 27. Januar 2011 im Potsdamer Einstein-Forum gehalten.
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