Mittwoch, 19. Juni 2013

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Straẞenmusik Verspielen verboten  

Die Qualitätskontrolle hat die Straßen erfasst

Junger Musiker spielt Bass in Berlin (Foto: 2010)
Ob allein oder mit Band: Bass-Blues in Berlin. (netgnom/flickr cc- by-nc 2.0)

Ihr Revier: Fußgängerzonen, Cafés, U-Bahnen. Straßenmusiker spielen drauf los, ob man will oder nicht. Längst ist die Straße aber nicht mehr Bühne für jedermann. Die Städte entscheiden mit, wer spielen darf. Von der Selektion auf der Straße, von Wandersängern und Straßencastings - unser Tagesthema.

Weil der Wohlklang von Straßenmusik extrem unterschiedlich ist - und auch das Repertoire manchmal sehr eingeschränkt - greifen immer mehr Städte zu einer Art Qualitätskontrolle. Wer etwa in der Londoner Tube spielen will, muss eine Auswahlprüfung bestehen. Sonst wird es teuer.

Auch in vielen deutschen Städten wählen die Behörden mittlerweile aus, wer auf den öffentlichen Plätzen spielen darf und wer nicht. Musiker empfinden das oft als Zensur. Mit diesen Castings gehe die Freiheit und Vielfalt verloren, die die Straßenmusik so interessant macht.

Wie viel Talent auf der Straße steht, zeigen auch Geschichten wie die von Felix Meyer: der Musiker wurde auf der Straße entdeckt und füllt inzwischen Konzerthallen.


Lizenz für's Liedermachen
In München entscheidet Albert Dietrich, wer als Musiker auf die Straße darf.

Ein Mann spielt Akkordeon auf der StraßeIn großen Städten darf längst nicht mehr jeder spielen. (Buskers Bern / Flickr / cc by-sa/ 2.0/ deed.de)Wildgewordene Geiger, die Touristen verschrecken - das will die Stadt München nicht. Deshalb unterzieht sie potenzielle Straßenmusikanten einem Check, bevor sie die Erlaubnis bekommen, in aller Öffentlichkeit zu spielen. Das Casting leitet Albert Dietrich. Auch DRadio-Korrespondent Michael Watzke hat bei ihm mit seiner Mundharmonika vorgespielt.

 

 

Mit Gitarre und Akkordeon
Straßenmusiker gibt es überall - unsere Korrespondenten haben einmal zugehört.

Ein Mann spielt Gitarre, auf einer Bank sitzen zwei Frauen und lachen.Ein Straßenmusiker in Santiago de Cuba bespaßt Touristen. (picture alliance / dpa)Straßenmusik gibt es überall - und sie ist internationalisiert. Klezmer wird in den USA genauso gespielt wie in Polen, die peruanischen Panflötenspieler sind in London anzutreffen wie in Paris. Die Musik ist ähnlich, die Orte sind verschieden. Und so haben sich unsere Korrespondenten in Brüssel, Paris, Los Angeles, Istanbul und Köln einmal auf die Straße begeben und genau zugehört.

 

Von der Straße auf die Bühne 
Reporter Christian Moster hat Felix Meyer begleitet, der es von der Straße auf die große Bühne geschafft hat.

Felix Meyer und Band spielen in einer EinkaufsstraßeFelix Meyer (re) wurde auf der Straße entdeckt (dpa/picture alliance)Auf der Straße entdeckt zu werden und als Star auf der großen Bühne zu landen - das ist der Traum vieler Musiker. Und Felix Meyer hat genau so Karriere gemacht: Er war schon viele Jahre lang als Straßenmusiker in der Welt unterwegs, bis ihn ein Musikproduzent ansprach. Heute hat er einen Plattenvertrag bei einem Major-Label.

 

 

Geplänkel der Bänkelsänger
Martin Elste vom Berliner Institut für Musikforschung über die Geschichte der Straßenmusik.

Bänkelsänger in Basel, vor dem «Wirtshaus zur Henne» am Nadelberg. Die besungene Bild zeigen  die Überschwemmungen in Hölstein 1830.Beim Bänkelgesang kam's mehr auf die Geschichte an (Hieronymus Hess (1799–1850))Straßenmusik existiert nicht erst seit der Erfindung der Fußgängerzone, sondern hat eine lange Tradition. Schon in der Antike gab es Wandersänger, bei den Kelten waren es die Barden und im Mittelalter die Spielmänner. Ihr Auftrag: Unterhaltung und Information, ob mit Drehleier, Lyra oder Schalmei. Der Musikwissenschaftler Martin Elste skizziert die Entwicklung der Straßenmusik seit der Renaissance.



Mehr bei DRadio Wissen:

Tschechien - Musik in der Metro
Konzerte im Prager Untergrund
(Globus vom 19.04.2012)

Netzgeschichten - Live vom Balkon
Der Balkon als Bühne
(Netzreporter vom 20.03.2012)

Live Musik - Rock-Guerilla im Einsatz
Berliner Band spielt unangemeldet
(Kultur vom 28.06.2011)

 Mehr zum Thema:

 

 

Video: Albert Dietrich prüft Straßenmusiker in München
(charivari tv / youtube.com)

Albert Dietrich ist der Dieter Bohlen von München
(Die Welt vom 17.02.2009)

Bardentreffen Nürnberg
(bardentreffen.de)

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