Suchmaschinen Wie Google und Bing Verbrechen verhindern wollen
Ein Gespräch mit dem Strafrechtler und Kriminologen Henning Ernst Müller
Google versucht, über die Funktion der "Autovervollständigung" Delikte wie illegale Downloads zu verhindern. Kriminologen bezweifeln, ob diese Technik auch schwere Straftaten vereiteln kann.
Um ein Verbrechen zu begehen, braucht man bestimmte Informationen. Zum Beispiel: Wie knacke ich am schnellsten ein Autoschloss oder, wie besorge ich mir eine Waffe? Im Internet finden mögliche Straftäter solche Informationen. Suchmaschinen wie Google oder Bing tragen mit einer Funktion, die Suchbegriffe automatisch vervollständigt, zur Suche von naheliegenden Begriffen bei. So schlägt Google bei der Suche nach "ich baue" als ersten Treffer "einen Joint" vor - Bing an erster Stelle "eine Bombe".
Filesharing Begriffe gelöscht
Die Musikindustrie hatte schon lange kritisiert, dass auch Begriffe vorgeschlagen werden, die zu möglicherweise illegal genutzten Filesharing-Angeboten führen. Google hat deshalb im Januar bestimmte Begriffe gelöscht, die Plattformen vorschlagen, die aber auch für ganz legalen Datenaustausch genutzt werden.
Das sei demokratisch schwer zu begründen, findet Henning Ernst Müller, Professor für Strafrecht und Kriminologie. Er stellt in Frage, ob solche Sperren Verbrechen verhindern können.