Südtirol Bangen um Geld und Autonomie
Kirstin Hausen über alte und neue Probleme zwischen Südtirol und Rest-Italien.
-
- Idyllisches Fleckchen Erde: Südtirol. (infactoweb | flickr.com | CC BY-NC-SA 2.0)
Manche Südtiroler würden das "sinkende Schiff Italien" am liebsten verlassen. In der italienischen Sprachgruppe finden sich eher Befürworter von Finanzhilfen.
Südtirol ist eine wirtschaftlich gesunde Insel in Italien. Während Rom unter Schuldenproblemen ächzt, erfreuen sich die Südtiroler an ihrer schönen Landschaft, dem immer noch anhaltenden Touristenstrom und ihrer Autonomie. Viele fragen sich, warum sie eigentlich zum Stiefel gehören. Bis zum Ersten Weltkrieg war die Region ein Teil Österreichs. Noch heute sprechen die meisten Einwohner Deutsch und fühlen sich dem deutschsprachigen Raum zugehörig. Die Euro-Krise verschärft die Situation.
Eigenständigkeit oder Solidarität?
Die meisten Südtiroler sind sich einig: Der Status als autonome Region soll beibehalten werden. Doch gerade italienischsprachige Bewohner wünschen sich auch mehr Solidarität mit dem übrigen Italien. Momentan behält Rom 350 Millionen Euro ein, die der nördlichen Provinz nach bisheriger Regelung aus Steuereinnahmen zustehen. Die ersten Auswirkungen des italienischen Sparpakets sorgen für Unmut, sowohl bei Cappuccino- als auch bei Filterkaffeetrinkern.