Syrien Propaganda und Gegeninformation
Eine Reportage von Nail Al Saidi
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- Syrer schauen sich eine Rede des Präsidenten Baschar al Assad im Fersehen an. (Youssef Badawi / picture alliance / dpa)
Fernsehen gehört in Syrien zum Alltag wie die Tasse Tee. Doch die Bilder, die über die offiziellen staatlichen Kanäle kommen, stellen die regimekritischen Demonstrationen entweder überhaupt nicht oder nur sehr verzerrt dar.
Der Fernseher ist überall - im Wohnzimmer, im Café oder im Laden, um die Langeweile zu überbrücken, wenn der Ladenbesitzer zwölf Stunden hinter dem Tresen sitzt. Beliebt waren früher in den Geschäften die Musikkanäle aus dem Libanon oder Serien. Seit dem Arabischen Frühling flimmern aber nur noch die Nachrichtenkanäle über die Bildschirme.
Al Jazeera berichtet über die Revolution
Wer informiert sein will, schaltet hin und wieder Al Jazeera und Al Arabia ein. Der Lagebericht von Al Jazeera ist in Syrien so wichtig wie eine Staumeldung im deutschen Radio. Man erfährt, wo die Straßen gesperrt sind. Wer nicht kontrolliert oder zusammengeschlagen werden will, der meidet besser diese Orte.
Das Staatsfernsehen meldet: Nichts Neues in Syrien
Jeder Syrer könnte die Meldungen über den Fortgang der Revolution empfangen. Nicht alle wollen das. In den Stadtvierteln, die offiziell zum Präsidenten halten, wird demonstrativ das syrische Staatsfernsehen Suriya geschaut. Das liefert sich eine regelrechte Propagandaschlacht mit Al Jazeera: Allen voran soll Al Jazeera die Revolution angezettelt haben und sogar finanzieren. Für jeden Demonstranten würde der Sender 1000 Dollar zahlen, behaupten die Diktaturanhänger unter den Syrern.
Am 18.11.2011 sendet DRadio Wissen eine Thementag zu Syrien. Die Übersichtsseite finden Sie hier.