Tagung Journalismus und die Sache mit dem Geld
Webschau mit Sebastian Sonntag
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- Passt nicht mehr in jedes Leben - die Tageszeitung. (dulnan | flickr.com | CC BY 2.0)
Auf der Veranstaltung "Besser Online" wird über Journalismus im Netz diskutiert.
Die Printausgaben von Zeitungen und Magazinen finden weniger Leser. Das Radio verlagert sich von der analogen UKW-Welle ins Netz und Fernsehen schauen wir immer häufiger "on demand". Das Internet krempelt die Medienwelt schon seit einigen Jahren um, nicht ohne Konsequenzen für das Berufsbild des Journalisten. Was müssen Journalisten, neben dem Schreiben, alles können? Sind Blogger Journalisten? Oder Journalisten Blogger? Brauchen wir überhaupt noch Journalisten, wenn jeder im Netz alles selbst publizieren kann? Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich seit 2005 eine Veranstaltung des Deutschen Journalisten Verbands. "Besser Online" heißt sie und hat am 15. September in Bonn stattgefunden.
Die Frage der Finanzierung
Ein großes Thema der Veranstaltung: Ist Journalismus im Netz mittlerweile finanzierbar? Viele deutsche Blogger können das Schreiben im Netz höchstens als Hobby betreiben. Selbst größere Blogs, die von vielen gelesen werden, haben da immer noch Schwierigkeiten, erklärt Stefan Laurin, Gründer des Blogs Ruhrbarone, auf einem Panel am Samstag. Mehr dazu im Mittelhessenblog von Christoph von Gallera. Das Gegenbeispiel zu Laurin: Peter Posztos, Geschäftsführer der Seite Tegernseer Stimme, ein lokales Blog für die Region Tegernsee, das auf immerhin 6000 Euro im Monat kommt.
Werbung reicht nicht
Viele Blogger verdienen also ihr Geld damit, dass sie hauptberuflich für Zeitungen schreiben. Bleibt die Frage, wie es bei den Zeitungen mittlerweile mit den Einnahmen im Netz läuft. Weiterhin werden viele Modelle diskutiert: von Werbeeinnahmen bis zu Paid Content. Auf letzteres Modell setzt zum Beispiel Christian Lindner von der Rhein Zeitung, der auf dem Panel "Haben bezahlte Inhalte eine Chance" mitdiskutiert hat. Das Fazit des Panels: Allein über Werbung, sei Journalismus nicht zu finanzieren.
Bleibt die Frage nach alternativen Zahlungsmethoden wie Flattr, bei der sich Leser selbst überlegen können, für welchen Content sie bezahlen wollen. Christoph von Gallera fast die Meinungen zu diesem Thema auf dem Mittelhessenblog zusammen. Am Rande der Tagung hat er mit Falk Lüke, einem Mitgründer des Vereins "Digitale Gesellschaft" gesprochen. Diese plant möglicherweise eine ähnliche Einrichtung wie ProPublica in den USA - eine Non-Profit-Organisation für investigativen Journalismus, die durch Spenden finanziert wird.
Insgesamt waren die Reaktionen zu der Tagung gemischt. Ein Fazit liefert zum Beispiel der Blogger Gunnar Sohn. Ein Highlight für viele Besucher: die Eröffnungsrede von Sueddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger. Seine Ausführungen kann man auf seinem Blog nachlesen.