Tenure Track Professor ist nicht gleich Professor
Bildungsjournalistin Britta Mersch über ein Karrieremodell, das junge Wissenschaftler früher zu einer festen Professorenstelle führen soll
Tenure Track ist ein Stellenmodell aus dem angelsächsischen Hoschulbetrieb. In Deutschland setzt ihn jetzt die TU München ein: Promovierte können für sechs Jahre eine feste Assistenzprofessor-Stelle bekommen, die ein regemäßiges Gehalt und Verwaltungsmitspracherecht das Recht auf Mitsprache in der Verwaltung.
Verfahren zur Anstellung
Während der sechs Jahre als "Assistant Professor" muss man sich in Forschung und Lehre bewähren, aber keine Habilitation mehr verfassen. Das ist bislang üblich. Anschließend locken die unbefristete Festanstellung und die vollwertige Professur. Allerdings: Können die Jung-Akademiker in diesen sechs Jahren nicht überzeugen, bedeutet das auch das mögliche Ende ihrer Laufbahn.
Bye bye Juniorprof.!
Die TU München begräbt damit auch ein älteres und umstrittenes Konzept: die Junior-Professur. Diese läuft zwar auch über sechs Jahre. Aber die Bedingungen sind schlechter als beim Tenure Track Verfahren, das Gehalt ist niedriger, und an vielen Hochschulen fehlt die Option auf eine volle Professorenstelle. Ob der Tenure Track auch an weiteren deutschen Hochschulen eingeführt werden soll, ist bislang offen.