Theater Nicht perfekt, aber echt
Camilla Hildebrandt über einen der interessantesten jungen Künstler Argentiniens
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- 108 Berliner und 13 Argentinier bringt der argentinische Theaterautor Federico León bei den Berliner Festspielen auf die Bühne. (Berliner Festspiele)
"Multitudes" heißt sein neues Stück. Nicht von ungefähr - Federico León arbeitet darin mit 121 Darstellern. Die meisten von ihnen sind Laien. Generell ist es ihm wichtig, dass seine Stücke das tatsächliche Leben abbilden.
In "Multitudes" spielen 108 Berliner und 13 Argentinier mit, Menschen aus insgesamt fünf Generationen. Die außergewöhnliche Produktion lief im Rahmen des neuen Festivals "Foreign Affairs" in Berlin. León thematisiert darin Gemeinschaft wie Individualität auf sehr eigene Weise. Und das eine große Thema des Theaters: die Liebe.
Mehr als ein Bühnen-Stück
Der Autor und Regisseur Federico León gilt in seiner Heimat Argentinien als einer der kreativsten seines Fachs. Kein Wunder, wuchs er doch in einem Viertel auf, in dem viel Theater gespielt wurde. Einige eigenwillige Projekte hat er bereits gestemmt: Zum Beispiel ließ León Menschen aus den Armenvierteln schauspielern. "Mich interessiert mehr als das Stück", sagt er, "wichtig ist die Dynamik jeder einzelnen Gruppe, mit der ich arbeite. Wir lassen gemeinsam etwas entstehen, ein Werk, das aus uns Einzelteilen besteht, wie ein gemeinsam gezeugtes Kind.“