Samstag, 25. Mai 2013

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Tierversuche Primat oder Petrischale  

Es gibt Alternativen zu Tierversuchen, die Grundlagenforschung ist davon ausgenommen.

Eine kleine Maus in einem Labor.
Die Zahl der Tierversuche nimmt zu, obwohl es mittlerweile Alternativen dazu gibt. (picture alliance | dpa)

Die Debatte um den Einsatz von Tieren in der medizinischen und kosmetischen Forschung wird seit Jahren emotional geführt. Es gibt gute Gründe für den Tierversuch - aber auch Alternativen. In Deutschland nimmt die Zahl der Tierversuche seit Jahren zu. Am Internationalen Tag des Versuchstiers blicken wir auf Labormäuse, Versuchskaninchen und Co.

2.856.316 Tiere standen laut Bundesregierung im Jahr 2010 im Dienst der Forschung: Darunter 1.963.209 Mäuse, 442.448 Ratten und 166.002 Fische - die drei größten Gruppen der Versuchstiere. Die Versuchstierzahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent.

 

Immer mehr Mäuse 
Ein Beitrag der Wissenschaftsjournalistin Marieke Degen  (Wdh. vom 02.12.2010)

In einem Labor werden die optomotorischen Reaktionen einer Maus gemessen. In einem Labor werden die optomotorischen Reaktionen einer Maus gemessen. (picture alliance / dpa)Es gibt längst Alternativen zu Laborexperimenten mit Mäusen, Meerschweinchen oder Mauleseln. Für Tests von Kosmetika müssen Kaninchen schon seit mehreren Jahren nicht mehr ihre Haut hinhalten. In der Medikamentenforschung geht die Anzahl der Tierversuche ebenfalls zurück. Insgesamt aber steigt die Zahl der Versuchstiere. Die meisten von ihnen braucht man in der Grundlagenforschung. Mithilfe genetisch manipulierter Mäuse untersuchen Forscher Krankheiten wie Alzheimer, Krebs oder Diabetes.

 

Artgerecht im Labor
Ein Beitrag der Wissenschaftsjournalistin Marieke Degen (Wdh.vom 08.10.2010)

Ein Huhn aus Plastik. Mehr Platz - auch für das Huhn. (Ari Moore / flickr/ by-nc-sa/2.0)

Seit Ende 2010 schreibt eine EU-Richtlinie vor, dass Versuchstiere die Möglichkeit haben müssen, sich artgerecht zu verhalten. Sie brauchen mehr Platz. Hühner sollen scharren, Mäuse Nester bauen können. Das dient nicht nur dem Tierschutz, sondern verbessert auch die Gesundheit der Labortiere und wirkt sich positiv auf Versuchsergebnisse aus, sagen Forscher. Allerdings heißt das auch: Labore können nicht mehr so viele Tiere wie früher in ihren Tierhäusern halten, und die Versuche werden teurer. Marieke Degen hat das Hühnerhaus der Bundesanstalt für Risikobewertung in Berlin besucht.

 

Steuergelder für den Tierversuch
Ein Gespräch mit dem Tierphysiologen Gerhard Heldmaier, Professor an der Philipps-Universität Marburg

Das Fettgewebe einer Maus am Computerbildschirm.Das Fettgewebe einer Maus am Computerbildschirm. (picture alliance / dpa)Jahr für Jahr wird ein dreistelliger Millionenbetrag für medizinische Forschung an Tieren ausgegeben. Nach wie vor halten Forscher an den Tests fest. Im Wirtschaftsgespräch beleuchten wir den ökonomischen Aspekt von Tierversuchen. Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat der Einsatz der Versuchstiere, wie viel Geld kosten die Forschungsvorhaben? Uns interessiert außerdem, welche Mittel in die alternative medizinische Forschung fließen.   

 

Zellkultur statt Versuchskaninchen 
Ein Gespräch mit Marcel Leist, Direktor des Zentrums für Alternativmethoden zum Tierversuchersatz in Europa an der Universität Konstanz

"Schluss mit Tierversuchen" steht auf einem Sticker.Neue Methoden machen Tierversuche überflüssig. (Christophe Stoll/ Flickr/ cc by-nc-sa/2.0)Mäuse, Ratten, Kaninchen oder Affen - in vielen Bereichen der Forschung können und wollen Forscher auf Tiere nicht verzichten. Allerdings gibt es immer mehr Verfahren, in denen keine Wirbeltiere, sondern Zellen eingesetzt werden. Um neu eingeführte Medikamente auf bakterielle Verunreinigungen zu testen, wurden bis 2010 europaweit noch Tausende Kaninchen getötet. An der Universität Konstanz hat man ein alternatives Verfahren entwickelt, das mit menschlichem Spenderblut arbeitet.

 

"Versuchstierkunde ist angewandter Tierschutz"
Gespräch mit Hansjoachim Hackbarth von der Tierärztlichen Hochschule Hannover

LabormausEine Maus gefangen im Labor. (picture alliance / dpa)Ob Labormäuse Schmerzen haben, kann ein geschulter Beobachter an ihrer Mimik erkennen. Und Blutproben entnimmt man ihnen am schnellsten und schonendsten aus einer Ader hinterm Auge. Diese Erkenntnisse gehen auf die Untersuchungen von Versuchstierkundlern zurück. Ein Fach, das Labortieren ihr Leben angenehmer machen soll. "Schmerztherapie gehört bei Versuchstieren heute zum Standard", sagt Hansjoachim Hackbarth vom Institut für Tierschutz Hannover.

Die Forschungsergebnisse kommen seiner Meinung nach in den Tierversuchslaboren an. So können Versuchsmäuse inzwischen Schmerzmittel oft selbst dosieren, indem sie zwei Trinkflaschen in ihren Käfigen anzapfen können: eine mit und eine ohne Schmerzmittel. Besonders angesehen ist sein Fach allerdings nicht, finanzielle Fördermittel gibt es dafür kaum.



Mehr bei DRadio Wissen:

Tests an Stammzellen statt an Tieren
Kosmetika wie Cremes und Shampoos dürfen in der EU schon seit 2004 nicht mehr an Tieren getestet werden.
(Redaktionskonferenz vom 30.06.2011 mit Jürgen Hescheler, Stammzellforscher an der Universität Köln)

Neue Konzepte gegen Hautkrebs
Kölner Forschern ist es im Tierversuch gelungen, Maligne Melanome vollständig zum Verschwinden zu bringen.
(Natur vom 02.02.2011)

Mehr Rechte für Mäuse
Zwischen 10 und 50 Millionen Versuchstiere sterben Jahr für Jahr weltweit.
(Natur vom 06.07.2010)

Mehr zum Thema:

Was taugen Tierversuche?
(dradio.de vom 21.08.2011)

Von der Zellkultur zur Kunstleber
(br.de vom 13.03.2012)

Tierversuche
(Special bei spiegel.de)

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2011 (PDF)

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Forschung ohne Tiere !!!

    Jedes Jahr werden allein in deutschen Laboratorien 2,5 Millionen Tiere in fragwürdigen Versuchen gequält und getötet. Darunter Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Katzen, Hunde, Affen und viele andere Tiere. Weltweit sind es jedes Jahr mindestens 100 Millionen Tiere. Die Tierexperimentatoren rechtfertigen diese Versuche damit, dass Medikamente und andere Chemikalien auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit hin geprüft werden müssten. Sie stellen die Tierversuchskritiker vor die Wahl: Solle etwa lieber an Menschen experimentiert werden als an Tieren? Doch immer mehr Wissenschaftler bestreiten, dass es nur diese beiden Wahlmöglichkeiten gibt. Sie gehen sogar noch weiter und erklären, dass die tierexperimentelle Forschung die Ergebnisse verfälsche – der Mensch sei eben keine Maus.

    fuerTiere 16.05.2012 23:11 Uhr

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