Trans-Urane Zur Geschichte eines wissenschaftlichen Irrtums
Ein Vortrag des deutschen Chemikers Otto Hahn
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- Otto Hahn ist der Entdecker der Kernspaltung. (Deutsches Bundesarchiv Bild 183-46019-0001)
Wissenschaftlicher Fortschritt ist nicht linear. Jahrzehntelang kommen Forscher nicht weiter, dann plötzlich überschlagen sich die Entdeckungen und innerhalb von nur wenigen Wochen oder Monaten werden ganze Theorien revolutioniert.
Der deutsche Chemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn erzählt, wie er und seine Kollegen Lise Meitner und Fritz Strassmann in den 1930er-Jahren in die Irre liefen. Jahrelang glaubten sie, kurzlebige Uran-Isotope gefunden zu haben. Sie entdeckten immer mehr dieser Trans-Urane wunderten sich aber, dass diese sich eigentümlich verhielten und teilweise gar nicht ihren Erwartungen entsprachen. Sie fuhren sogar nach Kopenhagen, um Rat bei ihrem Kollegen Niels Bohr einzuholen. Doch auch er wusste nicht weiter.
Ein Ende des Holzwegs
Dann kam der Durchbruch. Ende Dezember 1938 entdeckten sie im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie die Kernspaltung. Dass es möglich sein sollte, Uran zu spalten, lag bis dahin jenseits aller wissenschaftlichen Vorstellungshorizonte. Doch war dies genau das Puzzleteil, was den Holzweg, auf dem sich die Wissenschaftler bis dahin befanden, ein Ende setzte.
In weniger als einem Jahr gelang es Otto Hahn und seinen Kollegen nun, die Fehler in ihren bisherigen Forschungen zu erkennen und das Periodensystem der Elemente richtig fortzuschreiben.
Weitere Vorträge aus der Reihe "Nobelpreisträgertreffen der 1960er Jahre":
Chemie: Kampf dem Ungeziefer
Paul Müller spricht über "Die Entwicklung der Schädlingsbekämpfung seit der Einführung des DDT-Insektizides". Paul Müller entdeckte, dass Dichlordiphenyltrichlorethan, kurz DDT, ein hochwirksames Insektengift ist. Als ihm 1948 der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, war das eine kleine Sensation: Denn Müller war nicht Mediziner sondern Chemiker. Nie zuvor hatte ein Nichtmediziner diesen Preis bekommen.
(Hörsaal)