Sonntag, 19. Mai 2013

Hörsaal /

Trans-Urane Zur Geschichte eines wissenschaftlichen Irrtums  

Ein Vortrag des deutschen Chemikers Otto Hahn

Otto Hahn ist der Entdecker der Kernspaltung.
Otto Hahn ist der Entdecker der Kernspaltung. (Deutsches Bundesarchiv Bild 183-46019-0001)

Wissenschaftlicher Fortschritt ist nicht linear. Jahrzehntelang kommen Forscher nicht weiter, dann plötzlich überschlagen sich die Entdeckungen und innerhalb von nur wenigen Wochen oder Monaten werden ganze Theorien revolutioniert.

Der deutsche Chemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn erzählt, wie er und seine Kollegen Lise Meitner und Fritz Strassmann in den 1930er-Jahren in die Irre liefen. Jahrelang glaubten sie, kurzlebige Uran-Isotope gefunden zu haben. Sie entdeckten immer mehr dieser Trans-Urane wunderten sich aber, dass diese sich eigentümlich verhielten und teilweise gar nicht ihren Erwartungen entsprachen. Sie fuhren sogar nach Kopenhagen, um Rat bei ihrem Kollegen Niels Bohr einzuholen. Doch auch er wusste nicht weiter.

Ein Ende des Holzwegs

Dann kam der Durchbruch. Ende Dezember 1938 entdeckten sie im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie die Kernspaltung. Dass es möglich sein sollte, Uran zu spalten, lag bis dahin jenseits aller wissenschaftlichen Vorstellungshorizonte. Doch war dies genau das Puzzleteil, was den Holzweg, auf dem sich die Wissenschaftler bis dahin befanden, ein Ende setzte.

In weniger als einem Jahr gelang es Otto Hahn und seinen Kollegen nun, die Fehler in ihren bisherigen Forschungen zu erkennen und das Periodensystem der Elemente richtig fortzuschreiben.

 

Weitere Vorträge aus der Reihe "Nobelpreisträgertreffen der 1960er Jahre":

Chemie: Kampf dem Ungeziefer
Paul Müller spricht über "Die Entwicklung der Schädlingsbekämpfung seit der Einführung des DDT-Insektizides". Paul Müller entdeckte, dass Dichlordiphenyltrichlorethan, kurz DDT, ein hochwirksames Insektengift ist. Als ihm 1948 der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, war das eine kleine Sensation: Denn Müller war nicht Mediziner sondern Chemiker. Nie zuvor hatte ein Nichtmediziner diesen Preis bekommen.
(Hörsaal)



Mehr bei DRadio Wissen:

Von Kopernikus zu Einstein
Raum und Zeit sind die beiden Grunddimensionen unserer Existenz. Seit jeher haben Philosophen und Physiker sich mit ihnen beschäftigt: Sind es Formen unseres Denkens?
(Hörsaal vom 26.04.2012)

So alt ist die Erde
Viereinhalb Milliarden Jahre alt ist die Erde. Aber das wissen wir erst seit knapp 60 Jahren.
(Hörsaal vom 05.04.2012)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Hörsaal

Das schwarz-weiße Foto zeigt einen in einer Metro-Station sitzenden Mann, der den Kopf hängen lässt.

Mental HealthWas tun gegen Depressionen?

Tiefenstimulation des Gehirns kann Heilungschancen für chronisch depressive Patienten erhöhen.

Mehr …

Wolkenkratzer in Toronto

Mental HealthRisikofaktor Großstadt

Warum uns Joints und Häuserschluchten krank machen.

Mehr …

Ein trauriges Kind vor einem zerbrochenen Spiegel

Mental HealthMissbrauch verändert das Gehirn

Wie sich Kindesmissbrauch in der Zellstruktur des Gehirns abbildet.

Mehr …

Der Satz "I Love My Mum"

VorbilderEltern als Idol

Mama und Papa sind die wichtigsten Bezugspersonen - schon von Anfang an.

Mehr …

Kinderzeichnung der Familie mit Vater, Mutter und zwei Kindern

VorbilderMama und Papa sind die Besten

Bei Umfragen zu Vorbildern, landen Mütter immer wieder auf den vordersten Plätzen - und Väter auch.

Mehr …

Ein Paar zeigt mit Daumen und Zeigefinger einer Hand ein Herz

GefühlLiebe im Plural

Wovon wir reden, wenn wir "Liebe" sagen. Kulturelle, philosophische und poetische Liebeskonzepte.

Mehr …