Translating Atonement III "Can Countries Learn From Each Other?"
Vorträge von Anson Rabinbach und Gerd Hankel
"We Charge Genocide": African Americans, Memory, and The Genocide Convention" von Anson Rabinbach und "Atonement under Duress: The Dubious Process of Dealing with Rwandas Past" von Gerd Hankel.
Anson Rabinbach befasst sich in seinen Forschungsprojekten mit dem Faschismus und dem Kalten Krieg. Er ist Professor für Moderne Europäische Geschichte an der Princeton University.
In seiner 1996 publizierten Studie untersucht er, wie deutsche Intellektuelle auf die beiden Weltkriege reagiert haben. Bekannt wurde er durch sein Werk "Motor Mensch. Energie, Ermüdung und die Ursprünge der Modernität."
Die Konsequenzen historischer Verbrechen
Professor Rabinbach studierte an der University of Wisconsin und wurde 1973 promoviert. Forschungsaufenthalte führten ihn regelmäßig nach Europa. In unserer Reihe "Translating Atonement. Can Countries Learn From Each Other?" dreht es sich immer um die moralischen und rechtlichen Konsequenzen historischer Verbrechen. Sei es im Dritten Reich, in Kambodscha, Japan, im ehemaligen Jugoslawien oder afrikanischen Ländern wie Ruanda oder aktuell in Somalia und Syrien.
(Einstein Forum Potsdam)Grundsätzlich stellen sich Forscher die Frage, ob betroffene Länder von anderen lernen können, wenn es um das Thema Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung geht. Aufgezeichnet haben wir den Vortrag von Rabinbach auf der internationalen Tagung des Einstein-Forums Potsdam, die vom 2. bis 4. Juni stattgefunden hat.
Verbrechen der Wehrmacht
Unser zweiter Vortrag stammt von Gerd Hankel. Der Jurist und Sprachwissenschaftler wurde 1957 geboren und seit 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter der "Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur". Auch konzipierte er von 2000 bis 2001 die Ausstellung zu den Verbrechen der Deutschen Wehrmacht, die damals in Deutschland heftige Reaktionen auslöste.
Seit fast zehn Jahren beschäftigt sich Hankel schwerpunktmäßig mit dem Völkermord in Ruanda Mitte der neunziger Jahre. Im Mittelpunkt seiner Untersuchungen stehen die sogenannten Gacaca-Gerichte, deren spezielle Funktion er näher erläutert.
Dieser Vortrag ist die Wiederholung einer Sendung vom 3. August 2011.