Donnerstag, 23. Mai 2013

Hörsaal /

Translating Atonement III "Can Countries Learn From Each Other?"  

Vorträge von Anson Rabinbach und Gerd Hankel

Bei dem Genozid in Ruanda kamen über 800.000 Menschen ums Leben.
Bei dem Genozid in Ruanda kamen über 800.000 Menschen ums Leben. (AP)

"We Charge Genocide": African Americans, Memory, and The Genocide Convention" von Anson Rabinbach und "Atonement under Duress: The Dubious Process of Dealing with Rwandas Past" von Gerd Hankel.

Anson Rabinbach befasst sich in seinen Forschungsprojekten mit dem Faschismus und dem Kalten Krieg. Er ist Professor für Moderne Europäische Geschichte an der Princeton University.

In seiner 1996 publizierten Studie untersucht er, wie deutsche Intellektuelle auf die beiden Weltkriege reagiert haben. Bekannt wurde er durch sein Werk "Motor Mensch. Energie, Ermüdung und die Ursprünge der Modernität."

Die Konsequenzen historischer Verbrechen

Professor Rabinbach studierte an der University of Wisconsin und wurde 1973 promoviert. Forschungsaufenthalte führten ihn regelmäßig nach Europa. In unserer Reihe "Translating Atonement. Can Countries Learn From Each Other?" dreht es sich immer um die moralischen und rechtlichen Konsequenzen historischer Verbrechen. Sei es im Dritten Reich, in Kambodscha, Japan, im ehemaligen Jugoslawien oder afrikanischen Ländern wie Ruanda oder aktuell in Somalia und Syrien.

(Einstein Forum Potsdam)Grundsätzlich stellen sich Forscher die Frage, ob betroffene Länder von anderen lernen können, wenn es um das Thema Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung geht. Aufgezeichnet haben wir den Vortrag von Rabinbach auf der internationalen Tagung des Einstein-Forums Potsdam, die vom 2. bis 4. Juni stattgefunden hat.

Verbrechen der Wehrmacht

Unser zweiter Vortrag stammt von Gerd Hankel. Der Jurist und Sprachwissenschaftler wurde 1957 geboren und seit 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter der "Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur". Auch konzipierte er von 2000 bis 2001 die Ausstellung zu den Verbrechen der Deutschen Wehrmacht, die damals in Deutschland heftige Reaktionen auslöste.

Seit fast zehn Jahren beschäftigt sich Hankel schwerpunktmäßig mit dem Völkermord in Ruanda Mitte der neunziger Jahre. Im Mittelpunkt seiner Untersuchungen stehen die sogenannten Gacaca-Gerichte, deren spezielle Funktion er näher erläutert.

Dieser Vortrag ist die Wiederholung einer Sendung vom 3. August 2011.



Mehr bei DRadio Wissen:

Translating Atonement I
"Über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit nach dem Zweiten Weltkrieg." Ein Vortrag von Hans Otto Bräutigam. Teil eins der Vortragsserie zum Thema "Can countries learn from each other?".

Translating Atonement II
"Present trauma, prospective memory: Israel-Palestine, 1947 until 2011". Ein Vortrag von David Shulman. Teil zwei der Vortragsserie zum Thema "Can countries learn from each other?".

Proteste in Israel: Arabische Verhältnisse in Tel Aviv
Statt außenpolitischer Probleme sieht sich die Regierung mit einem Aufstand der Mittelschicht konfrontiert. (02.08.2011)

Die Folgen des Historikerstreits
Der Nationalsozialismus als Reflex auf die Untaten des Kommunismus - Rückblick auf eine kontroverse Debatte. (20.07.2011)

Lernen aus der Geschichte
Ein Vortrag des Intellektuellen Alfred Grosser. (13.06.2011)

Gibt es eine europäische Erinnerungskultur?
Was bedeutet "Erinnerung" im historischen Kontext? (17.05.2011)

Klassenfahrt nach Auschwitz
Die Stiftung "Erinnern ermöglichen" möchte jedem Schüler in Nordrhein-Westfalen eine Reise nach Auschwitz ermöglichen. (Kultur, 27.01.2011)

NS-Geschichte - Dialog der Urenkel
Acht Monate lang haben sich deutsche und tschechische Schüler gemeinsam mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. (Kultur, 13.10.2010)

Mehr zum Thema:

Mittler zwischen Deutschland und Frankreich
(Kalenderblatt im Deutschlandfunk, 01.02.2010)

"Das Differenzieren ist nicht Grossers Stärke"
(Gespräch mit Salomon Korn, Deutschlandradio Kultur, 08.11.2010)

Gibt es eine "Europäische Erinnerungskultur"?
Interview mit Harald Welzer (goethe.de)

Erinnerungskultur und Zukunftsgedächtnis
Beitrag auf bpb.de von Harald Welzer

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