Mittwoch, 22. Mai 2013

Natur /

Triclosan Gefährliche Reinheit  

Dr. Detlef Wölfle vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) über neue Erkenntnisse zu einem problematischen Zusatzstoff

Nahaufnahme einer geöffneten Zahnpasta-Tube. Aus der Öffnung quillt Zahncreme.
Auch in Zahncremes ist mitunter Triclosan enthalten. (Janmi_ | flickr | cc by-sa 2.0)

Tricolsan ist ein sogenanntes Biozid. Es soll hygienisch sauber und Produkte haltbarer machen. Dabei hat Triclosan viele unerwünschte Eigenschaften. Verbraucherschützer warnen vor der Substanz. Jetzt hat eine Forschergruppe herausgefunden, dass Triclosan auch die Muskel- und Herzfunktion beeinträchtigt.

Triclosan wird nicht nur zum Putzen eingesetzt. Es findet sich auch in Deodorants, Zahnpasta, Cremes und weiteren Kosmetikprodukten. Es soll die Produkte haltbarer machen und die Vermehrung von Bakterien verhindern. In Reinigungsmitteln wird der Stoff zugesetzt, um Toilettenbrillen und Fußböden vermeintlich hygienisch sauber zu machen.

Überflüssig und gefährlich

Verbraucherschützer warnen vor einem Einsatz von Triclosan-haltigen Reinigern in normalen Haushalten. Das sei nicht nur überflüssig, sondern gefährlich: Die Konzentrationen von Triclosan in Haushaltsreinigern sei nämlich so gering, dass überlebende Bakterien Resistenzen herausbildeten. Zudem reichere sich der Stoff in der Umwelt und im Wasser an. Das führe bei Menschen und Tieren zu Problemen, denn der Stoff sei auch hormonell wirksam. Höchstens für medizinische Seifen und in Zahnarztpraxen sei eine Verwendung sinnvoll.

Auswirkungen auf Herz und Muskeln

Wie gefährlich Triclosan für den Organismus ist, haben jetzt Forscher herausgefunden. Bei Versuchen an Mäusen zeigte sich, dass die Muskelkraft und das Pumpvolumen des Herzens stark nachlassen, wenn man die Tiere einer starken Triclosanbelastung aussetzt. Allerdings spritzten die Wissenschaftlern den Tieren das Mittel in die Bauchhöhle. Das BfR rät bereits seit Jahren zu einem weitgehenden Verzicht auf Triclosan.



Weitere Informationen:

Desinfektionsmittel könnte Muskeln schaden
(Süddeutsche.de vom 14.08.2012)

Antibakterielle Kleidung belastet Umwelt und Mensch
(Deutschlandfunk vom 07.02.2012)

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